Der Blick über die Halong Bay ist die beste Aussicht Vietnams

Vor ein paar Wochen entdecken wir auf Instagram ein Foto, das die Halong Bay von oben zeigt. Unfassbarer Ausblick, kaum zu glauben. Nach ein paar Nachrichten habe ich herausgefunden wo es diese Aussicht zu entdecken gibt. Super, kommt also auf den Reiseplan. Die Halong Bay steht ohnehin auf der Bucketlist ganz weit oben, dann können wir auch eine Nacht in Halong City dranhängen. Über die Stadt finden wir nicht viel, außer dass 15 km entfernt der riesige Hafen ist, von dem die Boote in die  Halong Bucht abfahren. Die Stadt ist nicht wirklich schön und man würde sicherlich auch nichts verpassen wenn man sie ausließe – gäbe es da nicht diesen einen Berg.

Wir verzichten also nach unserer Bootstour auf die Rückfahrt nach Hanoi und lassen uns stattdessen in Halong City absetzen. Zu unserer Überraschung lassen sich hier super günstige Hotels finden. Unseres ist sogar nicht nur günstig, sondern auch sauber und für den Preis richtig toll. Wir werfen unsere Sachen ins Zimmer und machen uns direkt auf den Weg zum Bay Thi Mountain. Dort soll man diese spektakuläre Aussicht über die Bay haben. Mittlerweile weiß ich – die Aussicht ist nicht toll, sie ist atemberaubend! Und selbst das ist noch untertrieben.

 Wanderung durch Halong – macht ja sonst keiner

Statt einen Roller zu mieten, beschließen wir zu laufen – ist ja „nur“ über die Brücke. Als wir uns langsam aber stetig über das gigantische Bauwerk schieben, werden wir von Mofafahrern angestarrt als seien wir Marsmenschen. Ich glaube vor uns ist noch niemand zu Fuß über diese Brücke gelaufen. Zumindest hat man von hier aus schon einen tollen Blick über die Bay. Nur ein wenig weit weg ist sie noch.

Brücke zu Fuß erkunden

Blick von der Brücke

Wie Alice vor dem Hasenbau

Aber hey, es ist machbar und nach nur 2 Stunden Fußmarsch sind wir in der richtigen Strasse. Eine wirkliche Adresse gibt es nicht, nur eine grobe Beschreibung. Wir laufen an die ungefähre Stelle, die Google Maps anzeigt und suchen nach einem Eingang zwischen den Läden. Irgendwann lächelt uns eine Frau an und winkt, wir sollen weiter gehen. Ein paar Meter weiter lächeln uns zwei andere Frauen an und winken in die andere Richtung. Es scheint, als wüssten alle ganz genau wonach wir suchen – nur wir selbst wissen es nicht ganz so genau. An einem Eingang sind wir nicht wirklich vorbei gekommen. Wir schauen etwas verwirrt, doch sie winken weiter. Und dann sehen wir einen winzigen Eingang, der viel mehr wie eine Haustür ausschaut.

Eingang zum Berg

Die Frauen lächeln und bedeuten uns reinzugehen. Ein schmaler Weg führt durch Häuserwände hindurch. Dann ein winziges Tor und aus einer Tür tritt ein Mann, der 10.000 Dong pro Person von uns will – umgerechnet 40 Cent. Ich fühle mich ein bisschen wie Alice im Wunderland als wir durch das schmale Tor treten. Dahinter ein noch engerer, dunklerer Gang und Treppen. Dort kommen uns direkt ein paar junge Frauen entgegen, der Berg ist scheinbar doch nicht mehr ein soooo großer Geheimtipp.

der Berg

Der Aufstieg bringt glitzernde Höhlen mit sich

Auf dem zweiten Treppenabsatz gibt es einen winzigen Eingang, dahinter ist es stockfinster. Natürlich kriechen wir rein und finden uns in einer Höhle wieder – deren Wände glitzern! Kaum zu glauben, wunderschön!

Eingang zur Höhle

Daneben direkt die zweite Glitzerhöhle. Die 40 Cent Eintritt haben sich jetzt schon gelohnt. Insgesamt gibt es 3-4 solcher Höhleneingänge. Das verrücke, die Wände glitzern nur, wenn man sie filmt, beim Foto kommt das Glitzern kaum raus.

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen – Bergsteigen in Vietnam

Wir kraxeln die Treppen weiter hoch. Touris die uns entgegen kommen, haben vollkommen verdreckte Schuhe und sehen leicht fertig aus.

Steile Treppen

Nach ca. 10 Minuten können wir uns ein Bild davon machen, weshalb die Leute erschöpft sind. Gab es anfangs noch richtige Stufen, sind es ab der Mitte nur noch abgetretene Felsen. Es ist rutschig und schlammig. War wieder mal ne super Idee, denke ich. Je höher wir kommen, desto besser wird zwar die Aussicht, doch umso beschwerlicher wird auch der Weg.

Nach ca. 25 Minuten kommen wir schnaufend am Gipfel an und können es kaum fassen. Die Aussicht ist unglaublich!

blick vom Berg

Mit uns tummeln sich rund 20 andere auf den Steinen, Platz für ein Foto findet sich aber trotzdem. Und nachdem die schreiende chinesische Reisegruppe wieder abgezogen ist, hört man auch nur noch das Pfeiffen des Windes. Es ist wahrlich ein Traum. Ich kann mit Worten nicht beschreiben wie wunderschön der Blick über die Halong Bucht ist!

Aussicht für Steffi

sonnenuntergang über der bay

Die Kalksteinfelsen sehen noch unfassbar viel schöner aus als wenn man mit dem Boot durchfährt. Man kann nicht zählen wie viele es sind – über 2000 angeblich. Einige glänzen in der Sonne, andere liegen im Dunst des Nebels. Es wirkt wie in einem Traum.

Und sogar zur anderen Seite des Berges ist die Aussicht toll – aber natürlich nichts im Vergleich zum Blick auf die Bay.

Blick zur anderen Seite des Berges

Der Aufstieg und die zusätzliche Nacht in Halong haben sich mehr als gelohnt, selbst der miese Taxifahrer der uns versucht abzuzocken und uns im Nirgendwo rauswirft weil wir nicht mitspielen oder die schreckliche Busfahrt in einem Schuhkarton am nächsten Tag können dieses Erlebnis nicht trüben! Ich würde sofort wieder den Weg über Halong City nehmen um auf diesen Berg zu klettern!

Aussicht bei Dämmerung

Ich wage zu behaupten, es ist die schönste Aussicht der Welt! Doch wer weiß wo wir noch vorbei kommen. Zumindest ist es die schönste Aussicht Vietnams!

Alle nützlichen Infos zur besten Aussicht Vietnams

10.000 dong (ca. 0,40€ p.P.)

Ungewiss; manchmal scheint der Zugang auch komplett geschlossen zu sein.

Unbedingt festes Schuhwerk anziehen (Sportschuhe reichen, bloß keine FlipFlops!)

Wasser nicht vergessen

Zum Sonnenuntergang einen Pulli mitnehmen, oben pfeift ordentlich der Wind

Der Eingang liegt in der Straße Hang Noi  

Die genaue Stelle ist schwer zu beschreiben. Wenn man aber die örtlichen Shopbetreiber mit Händen und Füßen fragt, dann wissen die genau wo sie einen hinschicken müssen.

2017-11-05T20:07:00+00:00 12. Februar 2017|

3 Kommentare

  1. Verena Kranzler 27. Oktober 2017 um 9:39 Uhr - Antworten

    Hallo, ich befinde mich gerade auch in Halong City und bin auf deinen Artikel gestoßen. Ich würde wahnsinnig gerne auf den Berg. Würdest du mir bitte verraten wo ich den „Eingang“ finden kann? Vielen Dank! 🙂

    • Steffi 5. November 2017 um 16:35 Uhr - Antworten

      Hallo Verena, es tut mir so leid, dass ich erst jetzt antworte. Klar, dass es jetzt zu spät ist. :/
      Ich aktualisiere heute noch die Seite – bringt dir jetzt leider nichts mehr aber vielleicht anderen. Hast Du es im Endeffekt noch gefunden?
      LG
      Steffi

  2. Dorothea 14. Februar 2017 um 13:55 Uhr - Antworten

    Das ist mal ne tolle Geschichte von der Ha Long Bay. Ich fand die Bootstour schon schön- aber eben auch Massentourismus total – und wir hatten leider auch fast nur Nebelschwaden an dem Tag als wir da waren:( da ist der Alice im Wunderland Aussichtspunkt doch wirklich ein viel besseres Abenteuer! Deine Recherche hat sich voll gelohnt! Liebe Grüße aus dem heutige sonnig aber kalten München!

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