Weltreise-Planung: Was mache ich mit der Rentenversicherung?

„Du musst dich um die Rentenversicherung kümmern!“ sagt mein Kollege nun schon zum zweiten Mal zu mir. „In der Rentenversicherung darf nie eine Lücke sein“ wiederholt er. Ich habe meinen Job bereits für die Weltreise gekündigt, wie ich mit der Rentenversicherung verfahren will, habe ich noch nicht entschieden. Einfach ignorieren oder freiwillig in die Rentenkasse einzahlen während wir reisen? Das Thema ist sicherlich das unsexieste in der Weltreise-Planung, doch ignorieren sollten wir es nicht, das ist uns klar. Was es mit der ominösen Lücke in der Rentenversicherung auf sich hat, weiß ich auch nicht so genau. Aber alle erwähnen das ständig, meine Freundin sprach schon im Studium ständig davon. Scheinbar ist genau jetzt der richtige Moment, sich mit dem Thema zu befassen, auch wenn wir noch 1000 andere Dinge vor der Weltreise organisieren müssen.

Die „Lücke“ in der Rentenversicherung

Ich rufe also einfach mal bei der Hotline der Rentenversicherung an. Die Dame ist wirklich nett und zeigt mir 2 Optionen auf:

Option 1: Freiwilliger Beitrag zur Rentenversicherung

Das bedeutet, dass man jeden Monat selbst einen sog. freiwilligen Beitrag in die Rentenversicherung einzahlt; wobei der Mindestbeitrag bei knapp 84 Euro liegt! Zum einen wusste ich das bereits, zum anderen ist das natürlich viel Geld, wenn man gerade versucht die Fixkosten rabiat zu senken, um sich die Reise um die Welt so lange wie möglich leisten zu können.

Option 2: Rentenversicherungsbeiträge nachzahlen 

Eine weitere Option besteht darin, die Beiträge im Nachhinein zu zahlen, was bis zu drei Monate im Folgejahr möglich ist. Plant man also ein Jahr Sabbatical und entscheidet sich dafür nicht freiwillig in die Rentenkasse einzuzahlen, kann man die Beiträge noch bis 3 Monate im Folgejahr nachzahlen. Günstiger wird es dadurch zwar nicht, man hätte aber eingezahlt.

Welche Folgen es hat, wenn ich die 90 Euro pro Monat nicht zahle, kann mir die Dame an er Beratungshotline aber nicht wirklich erklären. Und auch nicht, welche Vorteile dies mit sich bringen würde, außer „naja, sie hätten dann keine Lücke in der Versicherung“. Außerdem sei es ja ohnehin schwer zu sagen, was mit der Rente passiert, was unsereins mal bekommt – kurze Pause – oder ob’s bis dahin überhaupt was gibt. Ach wie hoffnungsvoll, das von einer Mitarbeiterin der Rentenversicherung direkt gesagt zu bekommen. Genau der Satz, den man hören möchte. Oder auch nicht.

Nach diesem Anruf bin ich also kein bisschen schlauer als davor, weitergebracht hat es mich nicht. Und auch ob die Lücke in der Rentenversicherung so dramatisch ist, weiß ich immer noch nicht. Ich mache also online einen Beratungstermin vor Ort aus und bin fasziniert, dass ich direkt in der kommenden Woche einen bekomme. In Berlin bei Amts-Terminen eher eine Seltenheit.

Luecke in Rentenversicherung

Freiwillige Rentenversicherung ja oder nein?

Montag Morgen sitzen wir also um Punkt 8 Uhr vor einer weiteren netten Damen. Max habe ich direkt eingepackt, der muss sich das schließlich auch überlegen, dann kann er gleich zuhören. Und diese Mitarbeiterin ist nicht nur nett, sondern kann uns tatsächlich alles erklären. Zwar kann auch sie nicht vorhersagen, wie es mit der Rente in der Zukunft nun wirklich aussieht, aber nachdem sie eine Weile wild auf ihren Taschenrechner eingetippt hat, kann sie mir zumindest im Hinblick auf die freiwillige Renteneinzahlung einen Rat geben.

Und so sieht’s aus: Würde ich im Jahr unserer Weltreise einen freiwilligen Beitrag von mindestens 84,15€ pro Monat einzahlen, würde ich in Zukunft 4,30 Euro mehr bekommen als zum jetzigen Zeitpunkt!

Dabei kann sie sich ein leicht süffisantes Lächeln nicht verkneifen. Wenn ich also im kommenden Jahr knapp 1000 Euro freiwillig in die Rentenversicherung einzahle, würde ich später pro Jahr 51,60 Euro mehr bekommen. Hm, die Rechnung überzeugt mich nicht allzu sehr. Da müsste ich schon verdammt lang Rente kassieren, dass sich das ausgleicht, genau genommen mache ich erst nach 19 Jahren ein Plus. Als ich die Beraterin fragend anblicke, ob sie nachvollziehen könne, wenn ich mich dagegen entscheiden würde, lächelt sie mich an und sagt frei heraus, sie würde es auch nicht machen! Sie ist mir mit ihrer ehrlichen Art direkt noch sympathischer als bislang. Natürlich muss man die Rente auf lange Sicht betrachten und wer weiß, vielleicht wäre ich irgendwann über die 4,30 Euro pro Monat mehr glücklich. Aber besser ich kümmere mich einfach mal um eine generelle Alternative.

Und was ist nun mit der ominösen Lücke?!

Bevor ich gehe, frage ich sie noch, was es mit der immer wieder erwähnten Lücke im Versicherungsschutz auf sich hat und der Aussage, dass mit einer Lücke die Rente gefährdet sei. Die Mitarbeiterin stockt kurz, denn es ist etwas komplizierter. Es stellt sich nicht die Frage nach der Lücke, sondern wie lang die Lücke ist und wann sie auftritt.

Am einfachsten lässt es sich vielleicht so erklären: sollte mir zum jetzigen Zeitpunkt etwas passieren, so dass ich nicht mehr arbeiten könnte, würde mir zumindest die Erwerbsminderungsrente zustehen. Denn wer in den letzten 5 Jahren (vor Eintritt der Erwerbsminderung) mindestens 3 Jahre bzw. 36 Monate Pflichtbeiträge in die Rentenversicherung gezahlt hat, bekommt auch im Ernstfall (Erwerbsminderungs-)Rente. So kompliziert ist es also gar nicht und 36 Monate habe ich in den letzten 5 Jahren mehr als gearbeitet. Wir entscheiden uns also die freiwilligen Beiträge erst mal nicht zu zahlen, sondern lieber selbst zur Seite zu legen.

Natürlich sind das nur unsere persönlichen Erfahrungen und dieser Beitrag ersetzt sicherlich keine fachliche Beratung. Aber es kann ja nicht schaden, schon einmal etwas davon gehört zu haben. Ich kann euch wirklich nur nahelegen, einen kurzen Beratungstermin bei der Rentenversicherung wahrzunehmen, schaden tut’s nicht. Uns hat es bei der Weltreiseplanung einen großen Schritt vorangebracht.

Beratung zur Rentenversicherung

Dieser Artikel nur die Informationen zusammenträgt, die wir uns zum einen bei der Rentenversicherung selbst geholt und zum anderen aus anderen Quellen zusammengetragen haben, ist nicht ausgeschlossen, dass er entweder kleinere Fehler enthält, oder sich die Rechtslage inzwischen geändert hat. Das soll heißen: Der absolut sicherste Weg in eurem speziellen Falle an die richtigen und aktuellsten Informationen zu kommen, ist und bleibt die persönliche Beratung bei der Dt. Rentenversicherung.

Wer einen Termin bei der Deutsche Rentenversicherung ausmachen will oder bei der Hotline anrufen möchte, der findet hier alle Kontakte.