Wie man in (Süd-)Vietnam richtig Bus fährt

Can Tho ist die größte Stadt in Vietnams Mekong-Delta, Wirtschaftsmetropole und Ausgangspunkt für Fahrten zu den bekanntesten schwimmenden Märkten – und unser nächstes Ziel. Nur, wie kommen wir da hin?

FUTA Bus Tickets kaufen leicht gemacht – oder nicht?

Der Chef unseres Guesthouses in Ho Chi Minh (unsere wärmste Empfehlung!) schickt uns zum FUTA-Büro um die Ecke. FUTA ist so ziemlich das größte Transportunternehmen in Vietnam. Dort schreibt der dezent unfreundliche Mitarbeiter uns einen Zettel, wo wir hin sollen. Auf unsere Frage, ob wir nicht hier Tickets nach Can Tho kaufen könnten, wir nur mit „no, no, no“ geantwortet. Nett. Eine junge Vietnamesin, die ebenfalls ein Ticket bucht (scheinbar wo anders hin) hilft uns aus. Die Tickets könne man morgen direkt an der Bushaltestelle kaufen. Can Tho sei kein Problem. Alle 30 Minuten fährt ein Bus. Ich könnte sie auch nebenan im Reisebüro kaufen, dann koste es aber Aufpreis.

Von einer FUTA Station zur Nächsten

Also machen wir uns am nächsten Morgen auf den Weg zur FUTA-Station im  Nachbarkiez (so würden wir es zumindest in Berlin nennen).

Kleines Büro, Garagenähnliche Wartehalle. Die Tickets zu kaufen ist kein Problem und dauert nur zwei Minuten.

Das Ticket

Danach schickt man uns in die Wartegarage „wait, 10 minutes“. Wir entlocken der Dame noch ein „transfer to next bus“ als uns der nächste Kunde schon wegschiebt. Wir setzen uns also auf die orangenen Plätzchen in der Garage und warten.

Nach etwa 20 Minuten regt sich Aufruhr in der Meute, mittlerweile stehen da richtig viele. Also satteln auch wir unsere Backpacks und eine Minute später braust ein Kleinbus in die Garage. Da alle auf diesen Bus zustürmen, schließen wir uns an. Im Bus zieht uns jemand den Backpack vom Rücken und stopft ihn zwischen Kartons und Koffer, neben dem Fahrer.

Ob man im richtigen Bus sitzt erfährt man erst später

Google Maps behauptet zumindest, dass wir Richtung Haupt-Busbahnhof fahren. 20 Minuten später kommen wir dort an – es war der richtige Zubringer-Bus – zum Glück. Der Fahrer lädt unseren Kram aus und winkt Richtung Wartehalle: „wait, wait“. Na klar, kennen wir ja schon, machen wir.

In der Wartehalle hängt ein großer Bildschirm mit allen Busverbindungen. Seltsamerweise werden um 10:15 Uhr noch immer die Busse von 9:45 Uhr angezeigt. Unserer ist noch immer nicht zu sehen. Es gibt jede Menge Durchsagen, von der wir keine einzige verstehen – Vietnamesisch verstehen wir immernoch nicht.

Bus Anzeigetafel

Irgendwann gehe ich raus, um mich umzusehen. Immerhin finde ich heraus, dass die 5-stellige Busnummer seitlich am Bus steht. An machen steht vorne auch ein Ort angeschrieben. Zwei Wachmänner wollen wissen, wo ich hinmöchte und wedeln wieder in Richtung Wartehalle. Um 10:20 Uhr kommt der eine Wachmann tatsächlich zu uns und wedelt Richtung der schlangestehenden Busse vor der Wartehalle. Dann ist der nette Herr aber wieder verschwunden und wir wissen immer noch nicht welcher Bus unserer ist.

Nach einem weiteren Ticketvorzeigen bei Wachmann Nummer 4 stehen wir tatsächlich vor dem Bus mit der Nummer 199-05. Vorne dran steht CanTho. Juhu – das ist unserer!

FUTA Bus

So angenehm kann Busfahren sein!?

Der Busfahrer lädt unsere Backpacks in den Laderaum, klebt ein Zettelchen mit einer Nummer drauf, schreibt die auf die Rückseite des Tickets und weiter geht’s. Beim Einsteigen muss Jeder Fahrgast die Schuhe ausziehen und bekommt eine Plastiktüte in die Hand gedrückt, um seine Schuhe darin zu verpacken. Niedlich.

Es stellt sich heraus, dass wir einen „Sleeper“ gebucht haben – also Liegesitze. Eigentlich ganz praktisch – und echt bequem! Zumindest für mich, Max Beine sind dann doch ein wenig zu lang.

Füße raus - Max ist zu lang für den Sitz

Macht nix, kann man ja raushängen lassen. Wir stopfen also unsere Rücksäcke zwischen uns (Wertsachen soll man unter keinen Umständen in den Laderaum packen) und machen es uns bequem.

 Steffi im Liegesitz  Max im Liegesitz - etwas beängt

Nahezu pünktlich rollt der Bus vom Parkplatz. Scheinbar werden die Vietnamesen nicht umsonst die Deutschen Asien genannt. 170 KM und 4 Stunden sind es bis Can Tho.

Während der Fahrt gibt es einige Durchsagen, leider nur auf Vietnamesich. Nach 2 Stunden hält der Bus an einer riesigen Halle an. Alle steigen aus – wir schließen uns also an. Eine junge Frau erklärt, 20 minutes. OK, Pause. Beim Aussteigen gibt es FUTA-FlipFlops für alle – damit man keine Umstände hat die Schuhe aus der Tüte zu nehmen und später wieder einzupacken. 

FlipFlops die für die Pause ausgegeben wurden

In der Halle kann man von Obst bis Suppe alles kaufen. Jede Menge Süßigkeiten und frisches Obst. Im Bus ist jedoch essen verboten, zumindest Baguettes. Beim Obst meckert der Busbegleiter nicht.

Nach punktgenau 3,5 Stunden erreichen wir einen großen Busbahnhof in Can Tho. Oder zumindest vor der Stadt, drumherum ist nichts. Nebenan stehen zig Minivans, in einen von diesen werden wir beim Vorzeigen unserer Tickets verfrachtet. Vermutlich wie in Ho Chi Minh, denken wir, großen Bus außerhalb, kleiner Bus fährt in der Stadt. Und so kommt es dann auch. Der Minivan fährt sämtliche Insassen dorthin wo sie hinwollen, uns direkt vor unser Hotel – was ein Service!

Unser Fazit

Busfahren in Vietnam ist wirklich eine super Sache. FUTA Busse sind komfortabel und pünktlich. Abgesehen von den ersten bangen Momenten, ob man wirklich im richtigen Zubringerbus sitzt, ist alles super organisiert. Die Bröckchen Englisch, die die Wächter und Kassierer sprechen, reichen komplett aus um sich zu verständigen. Die nächste Fahrt mit dem FUTA Bus ist jedenfalls schon gebucht!

2017-08-09T07:45:00+00:00 20. Januar 2017|

2 Kommentare

  1. Johanna 26. Januar 2017 um 12:43 Uhr - Antworten

    ??? klingt ja interessant…. Stelle mir grade euch zwei vor wie ihr der Meute hinterher zum Bus rennt ??

    • Steffi 29. Januar 2017 um 15:39 Uhr - Antworten

      In diesem einen besonderen Fall, waren wir sogar die ersten am Bus 😀 – ganz deutsch sozusagen 😉

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