Wie finanziere ich eine Weltreise? Meine Weltreise Spartipps2018-03-08T16:26:53+00:00

Wie finanziert man eine Weltreise? Diese Frage wird uns oft gestellt. Verwunderte Gesichter. Neugierige Blicke. Manchmal ungläubig, manchmal kritisch. Und viele, viele Nachrichten über facebook, Instagram und Co. Also, hier die Antwort auf die meistgestellte Frage: Wie finanziert man eine Weltreise?

Ich will ehrlich sein, es ist kein großes Geheimnis. Ich habe weder im Lotto gewonnen, noch reich geheiratet oder geerbt. Wir betreiben auch kein florierendes Nebengeschäft (alá Pablo Escobar wie manche unserer Freunde vermuten) oder sonstige illegale Machenschaften. Im Gegenteil, es ist viel langweiliger als man denken würde. Wir haben ganz einfach gespart. Nicht mehr und nicht weniger. Klingt eigentlich recht einfach. Und ist es mit ein bißchen Disziplin auch. Soviel vorweg: auch ich habe das Rad in Sachen Sparen nicht neu erfunden. Trotzdem gebe ich gerne ein paar Tipps, wie man am schnellsten und besten das Geld für eine Reise zusammen bekommt.

Sparen! Aber wie?

Als der Gedanke nach und nach reifte, habe ich ein neues Konto eröffnet (das Konto habe ich bei der Santander Bank eröffnet, dort gibt es auch eine kostenlose Kreditkarte, mit der man im Ausland kostenlos Geld abheben kann). Und dann haben Max und ich jeweils einen Dauerauftrag eingerichtet. Eine bestimmte Summe, die direkt nach Gehaltseingang vom Konto abgeht.

Spar-Tipp: Dauerauftrag einrichten
Gehalt – (Lebenserhaltungskosten + Fixkosten + kleinen Betrag X für den Spaß) = Höhe Dauerauftrag

Wir haben überlegt, wie hoch unsere Fixkosten sind – Miete, Versicherungen, laufende Kosten, etc. – und haben diesen Betrag noch ein bißchen aufgestockt (nur weil man spart, muss man nicht auf jeden Spaß verzichten). Für die Summe, die dann vom Gehalt übrig blieb, haben wir einen Dauerauftrag eingerichtet. Mit Gehaltseingang wurde dieser Betrag also direkt aufs Reisekonto gebucht.

So kommt jeden Monat ein ordentliches Sümmchen zusammen und wenn das Geld erst mal vom laufenden Girokonto „weg“ ist – also nicht mehr auf dem Konto liegt und damit nicht mehr verfügbar ist, dann vermisst man es auch nicht so leicht.

Was brauche ich wirklich?

Je näher die Reise rückte, desto zurückhaltender wurde ich beim Geld ausgeben. Aber nicht aus Zwang, sonder vielmehr weil ich gemerkt haben, dass man so viele Dinge einfach nicht braucht. Wozu brauche ich noch einen Pulli, den ich in ein paar Wochen ohnehin nicht mitnehmen kann? Eine Handtasche die erst mal ein Jahr im Schrank liegen wird?

Spar-Tipp: Weniger shoppen
Ganz ehrlich: Brauch ich das wirkich?

Ich gebe zu, vor ein paar Jahren bin ich echt gerne shoppen gegangen. Doch irgendwann habe ich mich gefragt: Was soll der ganzen Kram eigentlich? Wozu brauche ich noch zwei Shirts, noch drei Blusen oder noch ein Kleid? Mein Kleiderschrank platzte aus allen Nähten und ich merkte, dass mehr Klamotten mich auch nicht glücklicher machen.

Irgendwie hat man die Ich-habe-nichts-anzuziehen-Krise doch immer mal wieder. Aber Hand aufs Herz – meist ist das doch von der Laune abhängig und nicht von dem was im Schrank hängt… Schaut mal in euren Kleiderschrank und fragt euch was ihr davon in der letzten Woche getragen habt.

Also habe ich aussortiert. Klar, wenn man Klamotten im Netz verkauft, dann bekommt man nicht allzu viel dafür. Aber egal wie viel oder wenig es ist: Kleiderkreisel, Mädchenflohmarkt oder EbayKleinanzeigen sind super zum verkaufen guterhaltener Kleidung. Und es schafft Platz Zuhause. Stell dir einfach die Frage vor dem nächsten Kauf: Brauche ich das wirklich? Macht mich das glücklicher?

Und es spricht ja auch nichts gegen das ein oder andere Shoppingerlebnis. Manchmal braucht (oder will) man ja wirklich was. Aber dann ist’s auch ok. Und die Freude im Nachhinein viel nachhaltiger.

Und apropos neue (oder gar teure) Klamotten mitnehmen: lasst es! Auch Teile die euch wichtig sind. Am Ende ist es eh hinüber. Zuhause merke ich kaum, dass Klamotten verschleißen, da man genug zum Abwechseln hat. Wenn man aber ein Jahr lang immer wieder die gleichen Teile trägt, sind die am Ende echt hinüber. Und in der Laundry wird auch nicht groß in Sachen Bunt und Weiß unterschieden! Aber hey, Grau ist auch praktisch…

Was man nicht alles so rumstehen hat

Da für uns feststand, dass wir unsere Wohnung untervermieten würden, haben wir auch da mal durchgeschaut. Und man mag ja nicht glauben, was man in so einer Wohnung alles findet was man nicht braucht – oder seit Ewigkeiten nicht mehr nutzt. Ein Schrank der seit dem Umzug nicht mehr so recht in die Wohnung passt, Bücher die man seit dem Studium nicht mehr angefasst hat, der zu kleine Balkontisch der seit Ewigkeiten auseinandergebaut im Keller steht…

Spar-Tipp: Verkauf dein Zeug
Man hat so viel Zeug – und so viel kann einfach weg. Von Klamotten bis zu Möbeln, man findet immer was. Ebay, EbayKleinanzeigen, Kleiderkreisel, Mädchenflohmarkt und Co. sind ab jetzt deine besten Freunde!

Also haben wir ziemlich viel auf dem Flohmarkt, EbayKleinanzeigen und sonstigen Portalen verkauft. Oder einfach verschenkt. Auch weil wir ein bißchen mehr Platz haben wollten und der Stauraum begrenzt war. Und auch hier kam ein ganz schönes Sümmchen zusammen. Also ab damit auf’s Reisekonto.

Geburtsgags- und Weihnachtsgeld

Auch hier könnt ihr fleißig sparen. Ich habe beispielsweise schon immer mein Geburtstagsgeld an einem sicheren Ort gespart – um mir mal irgendwann was schönes davon zu kaufen. So richtig losgezogen bin ich aber nie damit – wenn ich mir etwas gekauft habe, habe ich das meist direkt mit der EC-Karte gezahlt, vom Gehalt also. Max nannte es stets lächelnd „horten“. Nunja, als ich mein Versteck vor der Reise ausgeleert habe, hatte sich ein ordentliches Sümmchen angespart (Hamster horten schließlich auch vor dem Winterschlaf und zehren dann davon).

Spar-Tipp: Geburtstags- und Weihnachtsgeld sparen
Wenn es nicht sofort auf Weltreise geht, kann man so ein hübsches Sümmchen sparen. Von der Omi oder den Eltern  bekommt man ja doch immer mal ein wenig Geld zu besonderen Anlässen.

Mit diesem Umschlag bin ich dann tatsächlich vor der Reise losgezogen, um mir mal was schönes zu kaufen – nämlich eine neue Kamera. Die uns nun auch auf der Reise begleitet. Der Rest ist auf’s Reisekonto gewandert.

Wer den Penny nicht ehrt…

Ehrlich gesagt fand ich diesen Spruch immer ziemlich bescheuert. Aber heute weiß ich, es ist was dran! Max hatte stets die Angewohnheit sein Kupfergeld aus den Hosentaschen überall in der Wohnung zu verteilen, je nachdem wo er seine Taschen gerade ausgeleert hat. Weil mich das ziemlich genervt hat, habe ich irgendwann angefangen alles herumliegende in eine Spardose zu werfen. So war’s zumindest aufgeräumt – und mein werter Mann schien das Geld nicht zu vermissen. Die Münzen auf die Bank zu schleppen war zwar echt anstrengend (weißt du was eine Tüte Kleingeld wiegt?!?) aber ziemlich lohnenswert. Auch Kleinvieh macht Mist.

Spar-Tipp: Kleingeld zur Seite legen
Wenn man jeden Abend einfach sein Klimpergeld aus den Taschen in eine Spardose räumt spart man eine Menge – wie bei Max, sogar ohne es zu merken.

Ach so, hier ein Hinweis an alle Einbrecher: nein, in unserer Wohnung ist nichts mehr zu holen, alles auf die Bank gebracht. Und ja, sogar die Spardosen sind geplündert.

Die laufenden Kosten überprüfen

Und dann kann man natürlich noch mal bei den laufenden Kosten schauen – was braucht man wirklich davon? Und was kann man getrost kündigen?

  • Zeitschriften-Abo? (Hatte ich schon seit Jahren nicht mehr, kann man auch online über die Bibliothek lesen)
  • Mitgliedschaft im Fitness-Studio? (Lieber zuhause oder draußen trainieren – ist eh gesünder und härtet vor allem im Winter ab)
  • Auto? (Ich wohne in Berlin – da braucht man einfach kein Auto)
  • Versicherungen? (Hier solltet ihr genau überlegen, aber häufig decken einzelne Versicherungen auch andere Dinge ab; lebt man bspw. zusammen in einer Wohnung kann man sich eine Haftpflichtversicherung teilen)
  • Handyvertrag? (Muss der wirklich so teuer sein oder lohnt sich vielleicht ein Wechsel oder ein Downgrade?)
  • Netflix oder Amazon-Prime? (Hat man beim Reisen eh keine Zeit (oder Internet) für)

Spar-Tipp: Verträge checken
Wenn man erstmal anfängt zu überlegen wie viele Verträge man hat, dann wird einem schnell unheimlich. Vieles kann einfach gekündigt werden. Doch Vorsicht, bei Versicherungen und Co. sollte man zweimal überlegen was man braucht und was weg kann.

Essen gehen? Party machen?

Natürlich lässt sich auch jede Menge Geld für’s Ausgehen und Party machen sparen. Wir haben es uns nach wie vor mal gegönnt am Wochenende auswärts Essen zu gehen (in Berlin kann man sich das ja noch leisten). Aber eben nicht mehr so häufig wir früher. Ebenso macht es genauso viel Spaß mit den Freunden zuhause Cocktails zu trinken wie in der Bar um die Ecke – und günstiger ist’s auch noch.

Spar-Tipp: Zuhause essen und Freunde zu sich einladen
Es muss nicht immer das Restaurant sein. Und wenn man mit Freunden was trinken gehen will, kann man das auch günstig zuhause machen. Mittagessen? Kann man auch vorkochen und mit in die Arbeit nehmen.

Richtig für die Weltreise sparen kann man beim Mittagessen: statt jeden Tag in der Kantine zu essen, habe ich mir mein Mittagessen von zuhause mitgebracht. (Ok, ich will ehrlich sein, Kantinen- und Mittagstisch-Essen konnte ich ohnehin noch nie leiden). Das erfordert ein klein wenig Aufwand zuhause, aber das Essen schmeckt einfach besser, man weiß was drin ist und es ist günstiger. Freunde von mir haben jeden Tag rund 7 Euro für’s Mittagessen ausgegeben. Das sind 35 Euro in der Woche – oder 140 Euro im Monat – oder 1680 Euro im Jahr! Nur mal so als Beispiel.

Und ja ich bin ehrlich, manchmal habe ich mir auch einfach was gekauft. Und hin und wieder ist die Kantine ja auch einfach Socializing.

Mach dir die Bibliothek zum Freund

Was ich als Bücherwurm total unterschätze habe: Wie viel Geld man für Bücher ausgibt. Indem ich einfach keine Bücher mehr gekauft habe, konnte ich für die Finanzierung der Weltreise einiges an Geld zur Seite legen. Stattdessen habe ich mir einen Bibliotheksausweis geholt. Hatte ich glaube ich das letzte Mal in der ersten Klasse… Das tolle daran: in Berlin (und sicher auch überall sonst) kann man sich viele Bücher und Reiseführer auch online ausleihen!

Spar-Tipp: Bibliothek nutzen
Die öffentlichen Bibliotheken in Deutschland sind oftmals viel besser als man denkt. Da bekommt man richtig viel (auch Reiseführer und E-Books!) und bezahlt nur einmalig einen Minibetrag fürs Jahr. Top!

Und da ich zwecks Reise ohnehin auf Kindle und Bluefire-Reader (auf dem Handy) umgestiegen bin, die perfekte Variante! Selbst Reiseführer kann man so mitnehmen. (Echte Bücherfans werden jetzt sicher mit den Augen rollen – ja, mir ist der Umstieg Anfangs auch schwer gefallen, aber es ist kein Drama. Und in Sachen Gewicht liebe ich meinen Kindle*).

Vater Staat gibt Geld zurück

Und zu guter Letzt: macht eure Steuererklärung! Auch wenn es lästig ist und ich es immer bis zum allerletzten Tag vor mir herschiebe – es lohnt sich!  Und wenn es eine Rückzahlung gibt, dann wandert die natürlich auch direkt auf’s Reisekonto.

Spar-Tipp: Steuererklärung machen
Hier gibt es oftmals dicke Rückzahlungen vom Staat. Für uns hat es sich noch immer gelohnt.

Sparen ist kein Hexenwerk

Ich hoffe, dass ich euch mit meinen Tipps ein wenig Inspiration geben und zeigen konnte, dass Sparen kein großes Hexenwerk ist. Und auch wenn es erst mal nach Aufwand klingt, lasst euch nicht abschrecken. Es ist nicht keine allzu große Herausforderung – und wenn, dann denkt einfach an den hübschen Strand oder was auch immer. Es lohnt sich allemal.

Egal ob ihr mit einer Weltreise liebäugelt oder nur ein paar Wochen reisen wollt, legt euch ein Reisekonto zu und fangt an zu sparen. Nicht morgen, sondern gleich. Jetzt! Hier gehts übrigens zum Antrag für die kostenlose Kreditkarte der Santander und dort könnt ihr euch auch gleich das passende Konto zum Sparen anlegen.

Hab ich etwas vergessen und hast du noch einen tollen Spartipp? Lass es mich in den Kommentaren wissen! Ich freue mich über deine Tipps!

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