Die trockene Halong Bucht ist garnicht so trocken wie man denkt

Grasbewachsene Berge die zwischen Reisfeldern aufragen wie aus einer anderen Welt. Würde im nächsten Moment ein Flugsaurier hinter dem Berg hervorkommen, würde es mich nicht wundern. Ich fühle mich fast ein wenig in eine Szene aus Jurassic Park versetzt. Die Natur um mich herum ist wunderschön – die Trockene Halong Bucht ist wunderschön.

Boot fahren in einer trockenen Bucht ist hier kein Widerspruch

Ein bißchen ist die Trockene Halong Bucht wie die Halong Bucht nur rund 200 Kilometer südöstlich und eben ohne Wasser. Also ganz ohne Wasser wäre gelogen denn wir sitzen in einem kleinen Kahn und schippern auf einem sehr flachen Flüsschen durch die traumhafte Landschaft – vorbei an Karstfelsen und Reisfeldern. Wir haben uns für die Bootstour ab Trang An entschieden, etwa 20 Minuten von Ninh Binh entfernt. Dorthin fahren wir mit dem Roller – zwanzig Minuten durch wunderschöne Natur, die uns schon mal einen Vorgeschmack bietet. Der Chef unseres Hotels hat uns nahegelegt, ab Trang An mit dem Boot zu fahren, in Tam Coc (dem anderen Anleger) seien noch mehr Touristen. Außerdem sei heute Montag, das sei super, dann ist wenig los, sagt er und winkt uns hinterher.

Als wir am Bootsanleger in Trang An ankommen, sind wir von seiner Aussage etwas irritiert. Rund um die Bootsanlegestelle drängen sich Menschenschwärme, über das Flüsschen schieben sich dicht an dicht Kähne. Aber was soll’s, jetzt sind wir da, jetzt fahren wir auch Boot.

wartende Schiffe trockene Halong Bucht

Pro Person kostet der Spaß 200.000 Dong – verdammt teuer für Bötchen fahren. Mit den Eintrittskarten tapsen wir zu den Booten die in Reih und Glied stehen, darauf warten, dass die Touristen einsteigen, dann ablegen und direkt das nächste an dessen Stelle rutscht.

Wir warten eine größere Gruppe ab und springen auf einen Kahn der noch leer ist. Glück gehabt, so sitzen wir vorne mit der besten Aussicht. Das Boot teilen wir uns mit zwei jungen Vietnamesen, deren 6 Kumpels auf dem Nachbarboot sitzen. Wir schippern entspannt zu viert mit unserem Bootsführer auf den Fluss, in anderen Booten sitzen bis zu 8 Personen! Aber hey, wer zu viert auf einem Roller fährt, passt auch zu acht in ein Miniboot. Wir sind zumindest froh, dass wir keinen Tiefgang haben. Unser Gondoliere ebenso (oder nennt man die nur in Venedig so).

trockene Halong boote

Von der Rummelstimmung in die ruhigste Natur

Wir haben die perfekte Aussicht. In der trockenen Halong Bucht herrscht ein Mix aus Sonntagsstimmung und Freizeitparkfeeling. Und nachdem wir uns mit zig anderen Booten auf’s Flüsschen rausgeschoben haben, biegt unser Bootsführer plötzlich ab, schiebt das Bötchen durch eine Höhle und wir sind (bis auf das Nachbarboot mit den Kumpels) alleine in wunderschöner Natur. Teilweise hört man nur das leise Plätschern der Ruder und Vogelgezwitscher.

Zwei Stunden schippern wir mit dem Boot durch den Fluss. Hin und wieder machen wir Stop an einem Tempel. Allerdings sind diese recht neu gebaut und verstärken die Freizeitparkstimmung. Und immer wieder geht es durch Höhlen. Wirklich kleine und niedrige Höhlen. Man muss schon ganz gut aufpassen und schnell genug den Kopf einziehen. Einmal mussten wir den Kopf wirklich auf die Knie drücken. Es ist eng und dunkel und für Menschen mit klaustrophobischen Zügen kann ich es wirklich nicht empfehlen. Wir fanden’s aber toll!

Durch eine Höhle

Die Bootsmänner und -Frauen schieben die kleinen Boote mehr oder weniger durch den Fluss, denn der ist kaum tiefer als einen halben Meter. Oftmals rudern sie auch mit ihren Füßen, eine Technik, die ich noch immer bewundere und nicht rausfinden konnte, wie das funktioniert (nein, sie halten sich nicht mit den Zehen fest, die meisten tragen nämlich ganz normale Schuhe). Und manchmal hilft man beim Paddeln auch einfach mit – in unserem Fall haben die zwei anderen Jungs den Bootsführer bei Strömungen unterstützt.

Die Halong Bucht ist trocken – aber nicht langweilig

Was auffällt, die Trockene Halong Bucht ist wirklich sauber! Der Fluss ist glasklar und es schwimmt kein Müll herum. wir haben sogar Arbeiter gesehen, die Algen aus dem Wasser gefischt haben. Nach unserem traumhaften Ausflug in die „nasse“ Halong Bucht hatten wir uns schon ein wenig an die großen, bewachsenen Felsen und die wunderschöne Natur gewöhnt. Und man muss ehrlich sagen, die „nasse“ Halong Bay ist aufgrund des Meers einfach noch ein bißchen spektakulärer. Trotzdem ist der Besuch der trockenen Halong Bucht allemal die Anreise wert!

Nach der Bootstour cruisen wir noch eine Weile mit unserem Roller herum. Recht sehenswert wirkte der Hang Múa Berg mit dem kleinen Tempel. Hunderte Stufen führen auf die Kuppe und die Aussicht soll spektakulär sein. Da Max allerdings am Morgen umgeknickt ist und der Eintritt 100.000 Dong kostete, bin ich alleine nicht hochgestiegen. Und besser als der Ausblick in der Halong Bay kann es gar nicht sein. Den malerischen Blick auf den Berg mitten in den Reisfeldern gelegen konnten wir auch von unten genießen.

Tempel auf Berg

Zu guter Letzt noch ein paar Worte zu Ninh Binh

Ninh Binh ist keine Stadt, in der man verweilt. Die meisten Besucher buchen sich ein Homestay oder Hotel in Tam Coc. Wir fanden den Ort unfassbar touristisch und wirklich nicht schön. Hat man eine Unterkunft außerhalb von Tam Coc an den Reisfeldern ist es sicherlich traumhaft. Wir haben uns für ein Hotel in Ninh Bin entschieden, da wir zwischen Bus und Hotel so wenig Aufwand wie möglich wollten. Letztendlich stellte sich heraus dass der Bus auch im Tourizentrum von Tam Coc hält, zu den außerhalb gelegenen Homestays kann man aber trotzdem nicht so ohne weiteres laufen. Wir waren mit unserem Hotel in Ninh Binh* super zufrieden. Es liegt relativ zentral, war wirklich schön und der Besitzer vermietet Roller mit denen man sich auf eigene Faust auf den Weg ins Umland machen kann. Wer Vietnam bereist, kommt früher oder später ohnehin in Ninh Binh vorbei. Und dann kann man auch ein paar Tage die tolle Natur genießen.

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2017-08-24T22:10:00+00:00 6. Februar 2017|

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