Warum eine Bootstour durch die Halong Bucht auf keiner Vietnam Reise fehlen darf

Eine Bucketlist ohne die Halong Bucht in Vietnam ist keine Bucketlist. Für mich war es zumindest schon lange ein Traum diese riesigen, grün bewachsenen Felsen im Meer einmal mit eigenen Augen zu sehen. Und ja, wenn man nach Vietnam reist, sollte man sich diese beeindruckende Landschaft definitiv nicht entgehen lassen!

Von Hanoi aus sollte die Tour beginnen – allerdings haben wir zunächst ganz schön mit uns ringen müssen wie wir die Tour gestalten. Sollen wir eine rundum-glücklich Bootstour buchen oder auf eigene Faust los? Es gibt die abstrusesten Angebote für Touren in die Bay. Ab 45€ für Anreise von Hanoi, Boot, Verpflegung und Übernachtung – man kann sich denken, wie diese Boote aussehen. Alle paar Jahre stinkt eines, Touristen sterben, die Regierung erlässt neue Verordnungen und nach ein paar Wochen schert sich keiner  mehr drum und die schwimmenden Baracken legen wieder ab. Andere Berichte erzählen von Ratten, löchrigen Kanus und Karaoke-Saufgelagen an Bord. Puh, alles nicht unsere erste Wahl… Die großen Schiffe schrecken uns ebenso ab, mit denen kann man nämlich nicht wirklich tief in die Buchten und Nahe an die Felsen fahren, außerdem fahren sie alle die gleiche Route – nix individuell und so. Und ein Privatboot ist natürlich jenseits unseres Budgets. Wir sind schon fast versucht, gar keine Schiffstour zu buchen, dann empfiehlt uns jemand Ethic Travels.

Den richtigen Touranbieter gefunden

Wir tappen also zu deren Reisebüro in Hanoi und tatsächlich nimmt sich die nette Mitarbeiterin Zeit alle unsere Fragen zu beantworten. Es gibt nur sieben Zimmer pro Schiff, maximal 14 Personen dürfen mit. Karaokemaschine gibt’s nicht, ebenso wenig den Kochkurs. Klingt super. Die Tour ist nicht ganz billig, aber wir wagen es.

Pünktlich um 8 Uhr nach unserer Rückkehr aus Sa Pa stehen wir vor dem Büro und der kleine Bus wartet schon auf uns. 10 Personen sind wir, eine gemischte Truppe aus Franzosen, Amerikanern und Österreichern – und uns Deutschen. Punkt 12 sind wir am Hafen in Halong und steigen aufs Boot.

Kajüte auf unserem Boot

Wir erwischen die Kajüte direkt am Motor, dafür ist sie am größten und das Tuckern nachts derart monoton, dass einschläfernd. Unsere Tourguide Tingh ist eine 19-jährige Englischstudentin, die unheimlich nett ist, fröhlich vor sich hin plappert, die all unsere Fragen zur vietnamesischen Kultur beantwortet und uns permanent mit Leckereien mästet (sie nennt es „sweet poison“).

Die Fahrt durch die Bucht beginnt

Wir fahren durch die wunderschöne Halong Bucht, anfangs noch Schiff neben Schiff, doch je weiter wir rausfahren, desto einsamer wird es.

Viele Boote laufen aus

Ein Versprechen, das Ethic Travel gegeben hat und tatsächlich einhält. Mit ihnen legt man nicht dort an, wo die meisten Touren halten. Wir geniessen die fantastische Natur auf dem Deck, auch wenn das Wetter nur mäßig ist. Es tut der Stimmung keinen Abbruch, der Nebel lässt die riesigen, grün bewachsenen Felsen nur noch mysthischer wirken. Ich kann nicht genug vom Anblick bekommen, mummel mich in Kapuzenpulli und Schal und trotze dem Wind auf dem Oberdeck. Um einfach nur den Anblick zu geniessen, aufzusaugen.

Halong Bay mit weniger Schiffen

Als Tingh uns am Nachmittag zum Kanufahren auffordert, denke ich zunächst sie scherzt. Tut sie aber nicht. Sie meint’s ernst. Also gut, für was schleppe ich Surfshirt und Regenjacke denn mit mir um die Welt? Und tatsächlich, es ist die beste Tour! 5 Kanus paddeln einsam zwischen riesigen Kalksteinfelsen hindurch, man hört lediglich das Platschen der Paddel. Das Wasser ist türkis und glasklar. Und es ist gar nicht so kalt! Direkt auf dem Wasser ist es fast windstill. Es ist traumhaft.

Steffi Kanu

Abends tischt die Crew auf, dass sich die Tische biegen. Es gibt Fisch, Meeresfrüchte, Fleischspieße, Gemüse, Reis und Obst. Einzig die Getränke muss man extra zahlen und die sind natürlich ein bisschen teurer als an Land (halten sich aber in Grenzen, eine Dose Cola kostet 1,50$, trotzdem empfiehlt es sich einfach ein paar Flaschen Wasser selbst mitzunehmen).

1994 wurde die Halong Bucht zum Welterbe erkannt und das hat sie definitiv verdient. Egal ob man direkt an den zerklüfteten riesigen Felsen vorbeischippert oder sich das Ganze von oben ansieht – es ist ein Traum. Ein fast unwirklicher Traum. Die Inseln sind mit Grotten übersät, an vielen findet man kleine verlassene Strände und lila Muscheln. Ich war wirklich an so machen Stränden, aber LILA Muscheln?!

Lila Muscheln

Vollkommen platt kippen wir um zehn in unsere Koje, die Nachtfahrt davor und die Seeluft tun ihr übriges.

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Am nächsten Morgen geht es früh los. Um 7 Uhr gibt es Frühstück, für uns viel zu früh, dafür werden wir mit einem Sonnenaufgang über dem Meer belohnt. Nach 4 Tagen Regen und Nieselwetter ein Traum. Mit den Kanus geht’s nach dem Frühstück zu einer Höhle – die natürlich die passende Liebesgeschichte bereithält, wie Tingh uns erzählt. Kanu Halong Bucht

Kaum wieder auf dem Boot angekommen, geht es auch schon wieder Richtung Hafen. Zwei herrliche Stunden fahren wir durch die paradiesische Landschaft.

Halong Bucht

Halong Bucht

Mit einem letzten Mittagessen beschließen wir um 12 Uhr die Tour und werden wieder im Hafen abgesetzt. Die sog. 2-Tage/1-Nacht-Tour ist recht kurz (nämlich nur 24 Stunden an Bord). Trotzdem lohnt sie sich ungemein – vor allem wenn man nicht allzu viel Zeit hat. Wer mehr Tage bleiben möchte, dem rate ich, mit der Fähre nach Cat Ba zu fahren und von dort eine Tour zu buchen. Über Cat Ba Ventures haben wir nur Gutes gehört. Uns war die Variante aber zu aufwendig für 2 Tage.

Fazit: Die Halong Bucht darf man nicht verpassen

Unser Fazit fällt ganz klar aus. Die Bootstour durch die Halong Bucht darf man nicht verpassen – schon alleine wegen dieser Eindrücke.

Man sollte sich genau überlegen, welchen Anbieter man bucht – wenn man dann den richtigen gefunden hat, wird man ein unvergessliches Erlebnis haben. Wir hatten es zumindest und würden alles wieder genauso machen. Und wer nach dem Bootstrip noch mehr Halong Bucht haben will, der sollte unbedingt noch eine Nacht in einem Hotel in Halong dranhängen und den unvergleichlichen Blick über die Bucht genießen.

Ach ja, Halong heißt im Übrigen so viel wie „wo der Drache ins Meer steigt“. In Vietnam gibt es eigentlich zu jedem bedeutenden Bauwerk oder Naturschaupiel eine entsprechende Sage, mit Drachen, goldenen Schildkröten, einem Schwert, einer Liebenden, einem Helden oder vorzugsweise allen zusammen! So natürlich auch zur Halong Bucht. Der Legende nach wurde die Bucht von einem Drachen erschaffen, der aus den Bergen kam und mit seinem Schwanz Täler und Furchen schlug, die sich daraufhin mit Wasser füllten. Das erzählt man sich zumindest.

2017-08-08T22:17:30+00:00 17. Februar 2017|Tags: , |

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