Tauchen lernen auf Ko Tao

Ich liebe Wasser. Und Wassersport. Schnorcheln war ich schon als Kind, mit dem Surfen habe ich vor ein paar Jahren angefangen. Und Tauchen stand schon lange auf der Bucketlist.

Und wo kann man das besser lernen als auf der kleinen thailändischen Insel Ko Tao. Tauchschulen gibt es hier wie Sand am Meer und eigentlich ist es fast unmöglich hier nicht ins Unterwasserfieber zu geraten.

Thailand Fahne

Welche Tauchschule ist die richtige für mich?

Bei sooo vielen Tauchschulen ist es schwer, sich für eine zu entscheiden. Es gibt auf Ko Tao auch einige deutschsprachige Tauchschulen, was für mich schon mal Kriterium Nummer 1 war. Absolute Horrorvorstellung, sich in schwerverständlichem Thai-Englisch erklären lassen zu müssen, wie man unter Wasser überlebt und was man im Ernstfall tun sollte. Das sollte man nämlich immer im Hinterkopf behalten – Tauchen ist ein Risikosport! Daher fiel meine Wahl auf den Dive Point Ko Tao; nicht nur eine deutsche Tauchschule (mit deutschen und schweizer Lehrern und auch fast jeder anderen Sprache), sondern sie wirbt auch mit einem tollen Boot, auf dem es zwischen den Tauchgängen Kaffee, Tee, Obst und Kekse gibt. Bingo! Baden macht immer hungrig. Außerdem gibts eine Katze auf dem Schiff. Na dann.

Bootskatze
Bootskatze Mr. White

Ich schreibe ein paar Emails mit Sven, dem Besitzer der Schule und zwei Tage später stehe ich in der Tauchschule. Sven erklärt mir noch mal den Ablauf des Kurses, versucht kurz Max auch zum Tauchen zu überreden (erfolglos) und gibt mir dann direkt die Hausaufgaben mit: zur Vorbereitung muss ich drei Videos anschauen und Fragen beantworten. Am nächsten Morgen geht’s um 9 Uhr mit dem Unterricht los.

Wieder die Schulbank drücken – mit Sport Leistungskurs

Das Buch

Zu viert sitzen wir in einem kleinen Unterrichtsraum und Patrick, unser Tauchlehrer, erklärt uns die wichtigsten Regeln beim Tauchen. Klingt alles logisch. Klingt nicht allzu kompliziert.

Dann geht’s auch schon direkt los. Wir fahren mit dem Boot (ja, die Katze wohnt wirklich auf dem Boot und heißt Mr. White) zur Mango Bay.

Steffi im Taucheranzug
Der Taucheranzug passt

Meine drei Mitschüler und ich müssen 1 Mal ums Boot schwimmen, um zu zeigen, dass wir auch wirklich schwimmen können. Die sind ja lustig, bei dieser Kleinigkeit sollte man sich lieber selbst auch nicht beschwindeln.

Das erste TauchrevierMango Bay – der erste Tauchspot

Eine Runde schwimmenSchwimmen sollte man können – sonst wird es nichts mit dem Tauchschein

Bevor es aber ins Wasser geht bekommen wir erstmal unser Material ausführlich erklärt. Da muss alles stimmen wenn man unter Wasser ist. Das ganze dauert eine Zeit und man muss sehr aufmerksam sein. Und damit vor den eigentlichen Tauchgang dann auch noch mal alles doppelt gecheckt wird, gibt es den letzten Test mit meiner Tauchpartnerin. Sicherheit geht auch beim Tauchen über alles.

Steffi beim MaterialtestHand anlegen ist hier Pflicht – Materialprüfung

Luftflaschen

Materialtest macht nicht nur spaßMacht nicht nur Spaß – ist auch echte Arbeit

Dann ziehen wir unsere Tauchausrüstung an. Uff, und ich dachte, mein Backpack sei schwer!  Jacke, Flasche und Gewichtsgurt wiegen ca. 16 Kilo – und hier gibts keinen stützenden Hüftgurt. Der letzte Materialcheck mit dem Tauchpartner und es kann losgehen.

Partnertest vor dem TauchgangDer letzte Materialtest mit dem Partner – danach kann es dann losgehen

Der erste Tauchgang

Patrick betet uns noch mal das Sicherheitsmantra vor – gleichmäßig atmen, nie zu schnell auftauchen und  immer beim Tauchpartner bleiben! Meine Tauchpartnerin ist Vera und lebt witziger Weise in der Stadt, in der ich aufgewachsen bin. Wie klein die Welt doch ist! Vera ist die kommenden drei Tage meine beste Freundin und Not-Sauerstoffreserve unter Wasser. Denn fällt die eigene Sauerstoffversorgung aus, gibts Luft beim Partner – man sollte also tunlichst immer nah beisammen bleiben und nett zueinander sein.

Und dann geht’s für uns ins Wasser. Mit dem ganzen Kram zu schwimmen ist kein Problem, die (aufblasbare) Weste sorgt für genügend Auftrieb. Wir paddeln unter Wasser in die Bucht, um uns ans Atmen unter Wasser zu gewöhnen. Auch kein Ding, fühlt sich an wie schnorcheln. Dann tauchen wir ab. Und setzen uns in etwa 4 Metern Tiefe auf den Meeresboden.

Der erste Tauchgang
Vera, meine Sauerstoffreserve und ich machen uns auf den Weg

Puh, jetzt wird’s ernst. Mir läuft Wasser unter die Brille, der Druckausgleich funktioniert nicht so recht. Und dann will Patrick auch noch, dass wir unser Mundstück rausnehmen und mit einer Armbewegung wiederfinden. Geht’s noch?!

Was mache ich hier eigentlich?! Irgendwie hatte ich das Ganze nicht so durchdacht, erst hier wird mir richtig bewusst, was Tauchen bedeutet – nämlich mit einem Schlauch im Mund tief im Ozean zu paddeln und nicht einfach hochschießen zu können, um richtig Luft zu holen und das verflixte Salzwasser aus der Nase zu bekommen. Und dabei sind wir gerade mal auf nur 4 Metern Tiefe (am Ende werden es 18m sein)!

Ich bin kurz davor aufzutauchen. Doch Patrick schaut mich an, hält mich an der Weste fest und zeigt mir an, dass ich atmen soll. Stimmt, schließlich bekomme ich ja Luft durch diesen Schlauch. Eigentlich alles nicht so schlimm, stelle ich nach weiteren 10 Sekunden fest. Nachdem ich mein Mundstück rausgenommen und hinter meinem Rücken wieder gefunden habe, immer noch Luft bekomme und die Brille ausgespült ist, sieht die  Unterwasserwelt schon ganz anders aus. Und hey, da schwimmen ja bunte Fische um uns rum! Nach 45 Minuten schwimmen wir zurück zum Boot und machen Pause.

Nach dem ersten TauchgangZurück an Bord – der erste Tauchgang ist geschafft

Kekse sind doch ne super Erfindung! Dazu gibts frische Früchte, Kaffee und Sonne. Trotz Wetsuit wird’s da unten ganz schön kalt auf Dauer.

Nach dem zweiten Tauchgang bin ich hin und weg! Was da unten alles los ist! Wir tauchen durch unser erstes Riff. Neben meiner Nase schwimmen kunterbunte Fische. Muscheln klappen sich zu, wenn ich zu nahe komme, die bewachsenen Riffe wirken wie aus einer anderen Welt.

Tauchen ist schwerelos. Nur durchs Ein- und Ausatmen sinke ich tiefer oder steige ein wenig auf. Wenn man den Dreh erst mal raushat, macht das richtig Spaß!

Wer fleißig lernt, wird später durch Nemo und co mehr als belohnt

Gegen 16 Uhr sind wir zurück an Land und ich bin fix und fertig. Feierabend? Nix da. Ich muss drei weitere Videos anschauen und rund 60 Fragen beantworten. Uff, ganz schön anstrengend nach so einem Tag – aber man nennt es ja nicht umsonst Tauchschule. Und irgendwo ganz weit hinten in meinem Köpfchen dämmern doch tatsächlich noch ein paar Regeln aus dem Physikunterricht, das mit dem Druck und so, jetzt macht das wenigstens mal Sinn.

Am nächsten Tag schreiben wir unseren Abschlusstest (alle bestanden, yeah!) und Patrick wiederholt mit uns die Regeln über Wasser und später die Übungen unter Wasser. Immer wieder aufs Neue, bis wir es blind können. Was gut ist. Denn Patrick zeigt uns unter Wasser auch, was es bedeutet, wenn man keine Luft mehr hat. Kein schönes Gefühl, selbst wenn’s mit Vorwarnung passiert und Patrick die Flasche beim ersten Handzeichen direkt wieder aufdreht! Und bei allem Üben – Spaß haben wir trotzdem. Denn die Unterwasserwelt ist einfach unbeschreiblich. Wir besuchen sogar Nemo! Besser gesagt, eine ganze Clownfischfamilie! Patrick weiß natürlich genau, in welcher Anemone sie wohnen. Für ihn sind die Riffe vor Ko Tao wie für mich die Straßen von Berlin (nur, dass das Meer hier sauberer ist). Aber vermutlich kann man sich, wenn man oft genug vorbei gekommen ist, irgendwann auch an einer Koralle orientieren.

Nach Tag drei sind uns die  Sicherheitsregeln in Fleisch und Blut übergegangen und wir dürfen einfach nur noch tauchen! Tauchen, schauen, bewundern, lächeln! Kichern unter Wasser kann ich nicht unbedingt empfehlen, da hat man ganz schnell Wasser unter der Brille und in der Nase.  Aber Tannenbäumchen erschrecken macht einfach so viel Spaß (das sind kleine bunte Pflanzen, die aussehen wie winzige Tannenbäumchen und wenn man näher kommt verschwinden sie ganz fix. Sehr lustig, vollkommen unschädlich und nach ein paar Minuten kommen sie wieder raus). Anfassen sollte man aber nichts – nicht nur, dass es der Unterwasserwelt schadet, man kann sich auch selbst ganz schön verletzen.

Was soll ich also sagen. Tauchen ist toll! Tauchen ist fantastisch! Und nach drei Tagen bin ich stolze Open Water Diverin.

Logbook

Der Blick Richtung Tauchrevier

Patrick empfiehlt mir beim Abschied direkt seinen Kumpel der als Tauchlehrer auf den Philippinen arbeitet. Perfekt, das kommt direkt auf die Bucketlist! Denn unter Wasser sind Inseln genauso schön wie über Wasser!

2017-03-25T07:37:43+00:00 19. März 2017|Tags: |

8 Kommentare

  1. Jule 3. Mai 2017 um 16:09 Uhr - Antworten

    Wunderschön beschrieben, da kommen Erinnerungen hoch. Mir ging es vor zwei Jahren exakt so wie dir! 🙂

    • Steffi 9. Mai 2017 um 17:07 Uhr - Antworten

      Danke liebe Jule! Wann geht’s denn bei dir wieder zum Tauchen? Ich hatte das Glück erst vor kurzem auf den Philippinen nochmal gewesen zu sein. LG aus Taiwan
      Steffi

  2. patrick 1. April 2017 um 12:16 Uhr - Antworten

    Well done my dear ..
    You did a good job and I’m happy that you enjoy the time spend together in this wonderful experience. DIVING.
    Hope you will have a lot of fun arround the world using what you learn with us.
    Big kiss
    See you down there …;)

  3. Niklas Nimmerland 22. März 2017 um 19:57 Uhr - Antworten

    Ach wie schön,

    wir haben damals auch einen Artikel schreiben dürfen, immer wieder klicken wir auf Facebook auf den DivePoint und schwelgen in Nostalgie. Danke für die Fotos und das Auffrischen der Erinnerung!

    Koh Tao Life, es ist so toll!!!

    • Steffi 9. Mai 2017 um 17:09 Uhr - Antworten

      Gern geschehen! Wart ihr seit dem nochmal tauchen? Bin ja immer auf der Suche nach neuen Spots und dankbar für Tipps ?
      LG
      Steffi

  4. Lana_SHON 21. März 2017 um 0:57 Uhr - Antworten

    Ein wunderschöner Beitrag! Danke!

  5. Dorothea 20. März 2017 um 11:38 Uhr - Antworten

    Sehr cool – Herzlichen Glückwunsch zum Tauschein! Und warum kenne ich Vera nicht ? 😛 Dann braucht ihr ja nur noch eine wasserdichte Kamera, oder? Viel Spaß weiterhin ihr zwei Weltenbummler!

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