Meine ultimativen fünf Must-Dos für Taichung

Taichung ist mein persönlicher Geheimtipp in Taiwan. Eine Stadt so liebenswert und lebenswert wie man es sich nur wünschen kann. Mit allen Annehmlichkeiten einer Großstadt, vielen Parks, faszinierender Natur in unmittelbarer Nähe (Da Keng), angenehmen Klima, dem besten Essen, den verrücktesten Eisdielen und kostenlosen Bussen.

Wir waren gleich zwei mal da! Die Stadt an der Westküste war nach Taipei unser zweiter Stopp in Taiwan. Leider hatten wir bei unserem ersten Besuch ein bisschen Pech mit dem Wetter und von drei Tagen zwei Regentage. Daher stand fest, dass wir auf dem Rückweg einfach noch mal vorbei kommen. Und das war definitiv die beste Entscheidung!

Taichung, die entspannte Millionenstadt

Taichung heißt so viel wie Mitteltaiwan-Stadt, was auf ihre geografische Lage verweist. 2,7 Millionen Menschen leben in der drittgrößten Stadt des Landes. Und trotzdem geht es weder laut noch chaotisch zu. Es ist entspannt. Auch der Verkehr. Wir fuhren einen ganzen Tag mit Fahrrädern quer durch die Stadt und fühlten uns nicht einmal unwohl.

Die Busse in der Stadt sind kostenlos. Das muss man sich mal vorstellen. Bis zu einer Strecke von 10km braucht man nichts zahlen. Einzige Voraussetzung, eine easy Card, die man beim Ein- und Aussteigen registriert. Fährt man weiter als 10 Kilometer zahlt man 15 Taiwandollar, rund 50 Cent.

Kurz: Taichung ist herrlich. Wir waren insgesamt 6 Tage dort – ich hätte es aber spielend auch noch länger ausgehalten können. In 6 Tagen kommt man aber ganz schön rum und darum hier meine

Fünf Must-Dos für Taichung:

  1. Ein Spaziergang durch den Maple Garden

    Der Maple Garden ist ein super hübscher Park mitten zwischen den Hochhäusern Taichungs. Das besondere ist, dass der Park etwa 9 Meter tiefer liegt als die umliegenden Straßen. So hört man nahezu nichts mehr vom Straßenlärm und hat dennoch einen spektakulären Blick auf die Hochhäuser. Brücken führen über einen See in dem Schildkröten schwimmen. Und zur Krönung blühten auch noch die Kirschblüten als wir da waren. Schöner kann sich ein Park kaum präsentieren.

    maple garden

  2. Besichtige die Luce Memorial Chapel

    Die Luce Memorial Chapel befindet sich mitten auf dem Campus der Tunghai University im Xitun District. Allein um einmal über den Campus zu schlendern ist es die Busfahrt wert. Nicht zu vergleichen mit dem Campus meiner Uni, es ist ehr ein Park. Die Kirche ist ein architektonisches Meisterwerk. Das Dach erhebt sich majestätisch aus orangefarbenen Ziegeln. Angeblich wurde beim Bau keine einzige Schraube verwendet. Vor der Kirche ist eine große Wiese, auf der man sich noch ein wenig ausruhen und den vielen Abschlussklassen bei Fotoshootings oder den Studenten beim ausruhen zuschauen kann. Kleiner Tipp: Direkt nebenan ist ein kleines Uni Café das sehr günstigen und super leckeren Lime-Green-Tea zum Mitnehmen anbietet. Unbedingt in der Sonne vor der Kirche genießen!

  3. Fotos auf dem wundervollen Balkon im National Theater Taichung machen

    Das National Theater im Herzen Taichungs hat mich begeistert. Architektonisch ohnehin schon ein Meisterwerk hat es einen fantastischen Balkon mit einer noch fantastischeren Aussicht. Hierfür muss man in den 5. Stock des Gebäudes fahren und einmal durch den Shop durchlaufen. Am Ende kommt der tunnelartige Zugang zum wunderschönen Balkon. Aber nicht nur wegen des Balkons ist das Theater einen Besuch wert. Es gibt ein Cafe und jede Menge kleine, offene Läden. Mich hat das Theater sehr an die Museen in New York erinnert. Es ist einfach mehr als nur ein Theater. Das einzige was ich aus Zeitgründen nicht geschafft habe: Eine wirkliche Theatervorstellung anzuschauen. Das muss beim nächsten Besuch noch folgen.

    balkon vom Theater

  4. Besuche das Lebenswerk eines alten Mannes. Ab ins Rainbow Village

    Das Rainbow Village ist ein ganz besonderes Kunstprojekt. Obwohl es nicht einmal als solches entstanden ist. Geschaffen hat es der 95-jährige Huang Yong-fu. Einst war es eine Militärsiedlung mit rund 1200 Wohnungen, bis die Stadtverwaltung beschloss, die marode Siedlung abzureisen. Doch Huang Yong-fu war damit nicht einverstanden und statt wie alle anderen auch auszuziehen, griff er zum Pinsel und bemalte sein Haus von innen und von außen. Und dann die Nachbarhäuser. In kürzester Zeit sprach sich das kunterbunte Dorf in Taichung herum und immer mehr Menschen kamen um den Regenbogenopi, wie er mittlerweile von allen genannt wird, zu besuchen. Am Ende gab die Stadt nach, ließ die kunterbunten Häuser stehen und machte das Ganze zu einem Kulturpark. Huang Yong-fu ist übrigens jeden Tag selbst im Rainbow Village anzutreffen. Einer seiner Mitarbeiter sprach mich an und erzählte direkt, dass das Deutsche Fernsehen auch schon da war. Und dass Huang Yong-fu nachts immer noch zum Pinsel greift, Stellen ausbessert oder neu bemalt.

    Das Rainbow Village ist nicht besonders groß, dafür aber ein perfektes Fotomotiv. Und die bunten Wände machen richtig gute Laune.

  5. Hiking am Da Keng No 4 Trail

    Taichung ist alles andere als eine stickige Millionenstadt. Zugegeben, manchmal verschwindet der Himmel hinter einer gräulichen Smogschicht. Dann lohnt es sich ein wenig aus der Stadt rauszufahren und wandern zu gehen. Ja, wandern. Und zwar auf dem Da Keng Trail. 10 verschiedene Trails gibt es, vom gemütlichen Sonntagsspaziergang (Trail 6-10) bis hin zum anstrengenden Wandererlebnis (1-5). Wir haben uns natürlich direkt für Trail Nummer 4 entschieden – dem anspruchsvollsten von allen. Und bei über 30 Grad hat der es echt in sich! Was wir dort erlebt haben und wie der Trail No4 so ist, habe ich hier in einem eigenen Bericht beschrieben.

Mit diesen Fünf Tipps, kommt man in Taichung ganz schön weit. Trotzdem gibt es noch eine ganze Menge mehr Dinge zu sehen und erleben. Dass das vor allem auch für die Feinschmecker gilt, davon kannst Du dich in meinem kleinen kulinarischen Taichung Reiseführer überzeugen.

2017-07-29T20:45:57+00:00 19. Mai 2017|

Ein Kommentar

  1. Naanie 24. Juni 2017 um 17:17 Uhr - Antworten

    Es hört sich so an, als hätte ich in Taichung etwas verpasst. Da waren wir nämlich leider nicht. Sehr schöne Eindrücke sind das.

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