Meine 6 ultimativen Barcelona Tipps

Direkt am Meer liegt sie, meine Lieblingsstadt. Die Stadt, die jedes Jahr Millionen von Menschen anzieht und begeistert – Barcelona. Ausgestattet mit allen Annehmlichkeiten die eine Großstadt bietet, Strand, Berge, Kultur, Party, gutem Essen und Shoppingmöglichkeiten kann man schon mal ins Grübeln kommen, was man mit seiner Zeit in der Stadt wohl anfangen soll. Mit diesen 6 ultimativen Barcelona Tipps fällt die Wahl beim nächsten (Kurz-)Trip vielleicht etwas leichter.

1. Zum Naschen in die La Boqueria:

La Boqueria, DIE Markthalle in Barcelona. Sehr voll, sehr wuselig, sehr drängelig – aber ich liebe diesen Ort, weil er so typisch spanisch ist.  Ja, die Boqueria (genau genommen Mercat de Sant Josep) ist mittlerweile von Touristen überflutet und mancher Händler wird leicht aggressiv, wenn man zu viel fotografiert, aber dieser Ort darf bei keinem Barcelona-Besuch fehlen. Mein klarer Barcelona Tipp Nr.1. 

Faszinierend an La Boqueria ist, dass trotz aller Touristenmassen, auch die Einheimischen dort einkaufen gehen. Dies ist nicht zuletzt deshalb der Fall, weil man einfach alles bekommt, was man sich vorstellen kann. Von frischem Frisch, Obst, Gemüse über Brot und Gebäck zu Gewürzen oder Süßigkeiten. Dort etwas nicht zu finden ist fast unmöglich – mir ist es jedenfalls noch nie passiert.

Die Verlockungen sind groß – aber sie sind schnell auch teuer

Doch bei all der Vielfalt sollte man sich nicht allzu sehr von seinen Sinnen überwältigen lassen. Vor allem bei den bunten und so unglaublich lecker aussehenden Süßigkeiten am Eingang ist Vorsicht geboten. Ja, sie sind ohne jeden Zweifel wirklich lecker, haben aber auch schon manch einem Besucher die Gesichtszüge entgleisen lassen. Denn für eine prall gefüllte Tüte zahlt man schnell mal 85 Euro!

Suessigkeiten in La Boqueria

Foto: Früchte in La Boqueria

Die spannendste Zeit ist am Vormittag oder Mittag – und natürlich die beste Zeit, wenn man tatsächlich auch etwas einkaufen möchte. Nachmittags ist die Markthalle zwar noch geöffnet, allerdings haben dann die meisten klassischen Stände – bei denen auch die Barcelonesen kaufen – schon geschlossen. Frischer Fisch hält sich nunmal nicht ewig… Also: rechtzeitig hingehen, schauen, staunen, schlendern (oder schieben) und natürlich schlemmen! 

Mein Standard-Einkauf: frisch gespresster Saft (der Preis variiert von 1-2 Euro, je nachdem wo der Stand liegt), frisches Obst und ein paar Tapas.

Schoki in La Boqueria

Plaza Real – hier kann man es sich schmecken lassen

Wer nach dem ganzen Eye-Candy Hunger bekommen hat und seine Einkäufe direkt essen möchte, dem empfehle ich die Plaza Real. Ein kleiner, zauberhafter Platz, nicht weit von der Markthalle entfernt und inmitten von wunderschönen herrschaftlichen Altbauten. Ich überlege jedesmal, wie es wohl sein mag, wenn man dort wohnt, morgens auf den Balkon tritt und auf die Plaza Real herabblicken kann. Bei den Mietpreisen belasse ich es aber lieber beim Träumen…

plazaDann also doch nur die mitgebrachten Leckereien genießen. Auf dem Brunnenrand oder im Schatten der Palmen lässt es sich herrlich sitzen – guten Appetit!

Leider muss an dieser Stelle noch eine kleine Warnung ausgesprochen werden: auf den Ramblas und auch auf der Plaza Real sollte man ganz besonders auf seine Wertsachen achten. Ich wurde zwar selbst noch nie in Barcelona bestohlen, habe aber genügend Freunde, denen es passiert ist. Und die Polizeidienststelle auf den Ramblas spricht Bände – die Wartezeit zum Aufgeben einer Anzeige beträgt locker 1-2 Stunden.

2. die Prachtbauten auf dem Passeig de Gràcia bestaunen

Architektur Sightseeing ist der zweite meiner Barcelona Tipps. Denn schließlich kann man es nicht anders ausdrücken, Antoni Gaudí hat sich hier ausgetobt. Nirgendwo sonst findet man so viele Gaudí-Gebäude auf einem Fleck. Zwischen den Konsumtempeln rund um Mango, adidas, Zara und die ganzen Luxusmarken, finden sich immer wieder Häuschen wie aus einer anderen Welt.

Casa Battló – meine Lieblingshäuserfassade

PrauchtbautenMein Lieblingshaus von außen ist die Casa Battló – vermutlich das meistgedruckte Postkarten(haus)motiv der Stadt. Die bunten Keramikfliesen schimmern in der Sonne und erinnern ein wenig an Drachenschuppen. Generell schweifen beim Anblick dieses Häuschens die Gedanken direkt gen Märchenwald oder Disneyland ab. Man kann gar nicht anders als ins Träumen geraten.

Doch ein Märchenhaus allein genügt für Barcelona nicht. Daher schmiegt sich links die Casa Amatller an (von Josep Puig i Cadafalch) und wenige Meter weiter die Casa Lleó i Morera (von Lluís Domènech i Montaner). Das Trio wird auch Manzana de la Discòrdia genannt, was so viel wie Zankapfel heißt (ein Wortspiel, denn manzana kann man sowohl mit Apfel als auch mit Häuserblock übersetzen). Und beim Anblick wird man einfach das Gefühl nicht los, dass die drei sich mit ihrem extravaganten Aussehen versuchen gegenseitig zu übertrumpfen.

Casa Milà – ein Steinbruch mitten in der Stadt

Drei Häuserblocks weiter steht auf der anderen Straßenseite die Casa Milà. Von den Barcelonesen liebevoll La Pedrera – Steinbruch – genannt. Gaudís Meisterwerk rief nämlich nicht nur Begeisterung hervor. Wegen der extrem langen Bauzeit (6 Jahre – im Vergleich zur Sagrada Familia allerdings ein bißchen lachhaft)  und Streitigkeiten mit dem Bauherrn hatten viele schon gespottet, das Haus würde niemals fertig werden. Wurde es dann aber doch irgendwann. Der Name La Pedrera ist trotzdem geblieben.

haus

Eine gerade Linie sucht man bei diesem Haus vergebens, eine Welle schmiegt sich in die nächste. Das Highlight ist das gewellte Dach mit seinen geschwungenen Schornsteinen und Lüftungsschächten, die aussehen wie skurrile Skulpturen mit Gesichtern. 
Anstellen lohnt sich hier definitiv! Auch wenn die Schlange der Wartenden fast immer lang ist. Am besten man kommt relativ früh oder unter der Woche. Dann hat man auch genügend Platz auf dem Dach Fotos zu schießen. Im Haus findet man viele Infos zu diesem außergewöhnlichen Bauwerk und zu Gaudís übrigen Meisterwerken. Alles in den Schatten stellt die Dachterrasse mit den vielen Säulen, Türmchen und Gesichtern. Auch der Blick über die Stadt ist nicht zu verschmähen. Und an Sommerabenden gibt es dort oben sogar Cocktails!

Und wer nach all den großartigen Bauwerken noch immer nicht genug hatte, der muss noch einmal direkt um die Ecke gehen. Vom Passeig de Gràcia sichtbar, an der Ecke Carrer d’Aragó, kann man  das spektakulärste Dach der Stadt bestaunen. Auf der Fundació Antoni Tàpies thront eine eindrucksvolle Metallskulptur. Gerade wenn die Sonne am Nachmittag schon ein wenig schräg steht und durch die Metallstreben den Engel glitzern lässt, hat man einen unvergesslichen Blick (und eine geniale Fotogelegenheit). 

Dach

3. sich im Park Güell verzaubern lassen 

Ein Barcelona Besuch ohne den Park Güell geht nicht – meine Nummer 3 der ultimativen Barcelona Tipps. Park Güell ist Gaudís Meisterstück, mit dem er sich selbst ein Denkmal gesetzt hat. Ein kleiner Märchenwald mit Brücken, Türmen, Schlösschen, Blüten und Mosaik-Tieren. Mit atemberaubendem Blick über die Stadt, fantastischer Architektur und einem zauberhaften Garten.

Terrasse

Hinkommen wird zum Workout, da sein zum Wellness

Zum Park zu kommen gleicht einem kleinen Workout, zumindest wenn man die vielen Stufen erklimmt. Der Park liegt auf einem der steilsten Hügel der Stadt. Am besten fährt man mit der Metro L3 zur Station Vallcarca und nimmt dann die offenen Rolltreppen auf den Berg. Wer mag kann aber auch nebendran über die Stufen hochsteigen. Die letzten steilen Straßen muss man ohnehin selbst erklimmen. Hat man das geschafft, eröffnet sich einem ein kleines Paradis. 

Am liebsten betrete ich den Park über einen der oberen Eingänge. So kann man erst einmal gemütlich durch die Grünanlage schlendern, die perfekte Sicht auf die Stadt mit dem Foto einfangen oder den „Gipfel“ erklimmen. Das ist ein Steinberg mit einem steinernen Kreuz an der Spitze – der höchste Punkt des Parks. Hat man sich ein Fleckchen auf dem Gipfel erkämpft (oder lange genug gewartet, weil die paar Quadratmeter eigentlich immer überfüllt sind), hat man in alle Richtungen spektakuläre Sicht auf die Stadt zu seinen Füßen. Ist es sonnig, sieht man nahezu jede Sehenswürdigkeit der Stadt – vor allem die vielen Kräne rund um die Sagrada Familia!

view

Danach spaziert man bergab durch den Park – über Brücken, unter Säulengänge hindurch, über winzige Wege, kleine Treppchen, große Rundwege, an riesigen Kakteen vorbei oder durch ein Blütenmeer.

So gelangt man zu Gaudís Häuschen, in dem er selbst gelebt hat (am liebsten würde ich da selbst einziehen – so einen Park sein Eigen zu nennen, ein Traum… Das Häuschen ist ein kleines Museum, allerdings fand ich es nicht allzu spannend. Tisch, Bett, Küche, wie man eben in einem so kleinen Häuschen lebt – wer mehr über Gaudi erfahren möchte, dem sei die Casa Milà nahegelegt).

Großes Plateau, viel dahinter

Hinter der nächsten Kurve öffnet sich dann das große Plateau mit der wellenförmigen langen Sitzbank aus kunterbunten Keramikfragmenten. Leider verlangt man für das Plateau mittlerweile den satten Eintrittspreis von 8 Euro! Wer glaubt, dass man gegen 11 Uhr noch ein Ticket ergattern kann, der liegt falsch – also auch hier gilt wie immer: Early Bird und so… Es ist schade, dass dieser wundervolle Ort inzwischen nicht mehr nur überfüllt, sondern auch komplett überteuert ist – aber wo sich Geld machen lässt, greift man scheinbar gerne zu (ganz egal wo).

platot

Der Ausblick von der Seite des Plateau lohnt sich allerdings auch und mit einem Weitwinkel-Objektiv spart man sich sogar die 8 Euro Eintritt. Fairerweise sei erwähnt, dass der Zutritt zwischen 20:30 und 8:00 Uhr kostenlos ist. Und zum Sonnenuntergang lohnt sich der Ausblick allemal! 

unbenannt

Das obligatorische Foto auf der Fliesentreppe am eigentlichen Eingang des Parks darf natürlich nicht fehlen und dann kann es auch schon wieder bergab Richtung Stadt gehen.

Die meisten Besucher besichtigen den Park in umgekehrter Reihenfolge – von der großen Fliesentreppe zum Gipfel. Allerdings finde ich es umgekehrt angenehmer, so ist es nicht gleich so wuselig und überfüllt.

mosaic

4. Heiß und fettig – aber so gut: Churros essen

Wer Barcelona Tipps gibt, der muss auch Schlemmer-Tipps geben. In diesem Fall sind es (wie ich finde) die leckersten spanischen Leckereien – die traditionellen Churros. Knuspriges Spritzgebäck, das mit ein wenig Zucker bestreut oder gar in Schokolade getaucht wird. Ich esse sie am liebsten pur oder mit einem Hauch Zucker. In den meisten Hotels gibt es sie schon zum Frühstück. Churros kann man aber einfach zu jeder Tageszeit essen. Das iberisches Traditionsgebäck wird aus Brandteig gemacht und in heißem Öl ausgebacken – ja, nicht sehr figurfreundlich, aber höllen lecker!

when life gives you sweet churros, enjoy them ? remember this little churro overdose @hanniiiiiproe ?

Ein von Steffi ? EvaExplora (@evaexplora) gepostetes Foto am

5. Die unvollendete Kirche besichtigen: Sagrada Família

Sagrada Familia

Für mich eindeutig die schönste Kirche der Welt! Ein weiterer Traum, den Antoni Gaudí gebaut hat – oder zumindest angefangen hat der Gute. Gebaut wäre doch leicht übertrieben. Seit 1882 wird an diesem Meisterwerk gemauert, gehämmert, gewerkelt und schon wieder repariert. 2026 soll sie übrigens komplett fertig sein (so zumindest der jetzige Plan) – zum 100. Todestag von Gaudí! 

Türme

Gesehen haben muss man dieses Prachtstück dennoch – egal wie fertig oder unfertig es ist. Bilder von der Sagrada Família ohne Kräne gibt es übrigens gar nicht – dabei handelt es sich dreist um Fotomontagen. Vor einigen Jahren war ich auch einmal im Inneren – dazu sollte man allerdings gegen 8 Uhr vor der Kirche stehen. An Sommernachmittagen schlängelt sich die Reihe Wartender locker einmal um das Bauwerk herum! 

Sagrada Familia

Wer keine Lust auf frühes Aufstehen oder stundenlanges Schlangenstehen hat, dem sei Santa Maria del Mar nahegelegt. Prunk und Pomp sucht man dort vergebens und gerade deshalb ist es eine meiner liebsten Kirchen. Sehr schlicht, sehr umglamourös, doch es gibt nichts schöneres, als wenn die Sonne durch die großen, bunten Glasfenster scheint und das Innere zum Leben erweckt. Das Licht zaubert den Glanz in diese Kathedrale und man stellt schnell fest, dass man weder Gold noch Prunk braucht, sondern einfach genial gebaute Fenster! Allein die riesige Fensterrose über dem Hauptportal lässt mich immer wieder ins Schwärmen kommen. 

6. Extra YUMMY! Tapas essen in Barcelonetta

Von Santa Maria del Mar ist es auch nur noch ein Katzensprung nach Barcelonetta, wo man den Abend in einer der zahlreichen Tapas-Bars ausklingen lassen kann. Meine Lieblings-Tapasbar ist Jai-Ca

Tapas Tisch

Tapas

TapasEntweder man geht zu untypisch-spanischer Uhrzeit recht früh auf einen Happen hin oder man nimmt ein wenig Wartezeit auf sich. Ich weiß nicht, wie oft ich schon in dieser Bar gelandet bin. Der Sangria (sowohl der weiße als auch der rote) ist süffig und lädt zum Bleiben ein. An der Bar kann man sich sämtliche Leckereien anschauen und auch gleich bestellen. Mittlerweile hat man zwei kleine Bars zu einer großen umfunktioniert – der Atmosphäre hat’s nicht geschadet, es ist einfach noch ein bisschen wuseliger und noch ein bisschen lauter. 

Spezialität des Hauses sind übrigens frittierte Fischgräten! Nach meinem 3. Besuch binnen einer Woche kannte der Kellner mich und hat mir welche auf den Tisch gestellt. Sieht seltsam aus, schmeckt aber ganz ok. Definitiv auch einer meiner Barcelona Tipps!

Frittierte Gräten

Wer danach noch immer nicht genug hat, schlendert gemütlich zum Passeig del Born, einer Straße, die nachts mit ihren zig Bars und Cocktailkneipen so richtig zum Leben erwacht. In der Cactusbar gibt es die leckersten Mojitos der Stadt (obwohl ich gar kein großer Mojito-Fan bin! Der Caipirinha ist aber ebenso lecker). Und Vorsicht, die Cocktails haben es wirklich in sich. So manch einer hat nach einem Abstecher in die Cactusbar schon fast den Rückflug verpasst…

2017-03-14T03:39:59+00:00 4. Dezember 2016|

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