Vom Paradies ins Krankenhaus – und warum Holbox trotzdem eine Trauminsel ist

Inseln haben auf mich eine magische Anziehungskraft. Ich liebe Inseln. Sie haben diese entschleunigende Wirkung. Die Zeit tickt anders, meistens langsamer. Alles ist entspannter. Holbox im Norden Yucatans macht da keinen Unterschied.

Abstecher ins Entspannungsparadies

Klar, ein Abstecher nach Holbox (spricht Ol-bosch) durfte auf unserer Reise durch Mexiko nicht fehlen. Wir hatten schon so viel gutes gehört – und ganz ehrlich: dieses Inselchen muss man einfach besuchen. Es ist schlicht zauberhaft. Es hat diesen magischen Vibe. Binnen 24 Stunden bin ich tiefenentspannt. Derart extrem habe ich es selten erlebt.

Hyperrealistisches Graffitti in Holbox

Holbox schmeckt nach Cocos-Mango-Eis, nach Cheviche mit Limone. Nach Sonne, Salz und Meer. Nach Müßiggang und faulen Stunden am Strand. Die Palmen rascheln im Wind, der Duft von Sonnencreme hängt in der Luft und aus den Strandbars dudeln lateinamerikanische Rhythmen.

Muschelstrand von HolboxMuschelstrand auf Holbox – sowas von schön!
Sitzschalen am Strand von Holbox
Na, wer möchte sich zu mir setzen?

Einfach mal nichts tun – oder essen bis man rund ist

Und was tut man so auf Holbox? Mit einem Dauergrinsen starre ich hypnotisiert auf die winzigen Wellen die träge an den Strand platschten, schaue den Fischen zu, die um meine Beine schwimmen.

Wenn es am Strand zu heiß wird, hüpft man ins ca. 30 Grad warme Meer (ich habe das Gefühl, dass es täglich heißer wird) oder fläzt sich in eine der Wasserhängematten. Definitiv die beste Erfindung in diesen Breitengraden!

Holbox Strand mit Hängematten

Und wenn man Hunger bekommt, isst man eine Cheviche. Fisch-Cheviche.

Holbox ist ein großartiger Ort für Foodies wie mich. Fisch, Meeresfrüchte und alles was im Ozean so schwimmt gibt es fangfrisch in den Restaurants. Keine Angst, für Nicht-Fischesser gibt auch genügend Tacco Restaurants, luxuriös und teuer oder authentisch mexikanisch und günstig. Ebenso wie hippe Granola-Bowls und frische Smoothies. Holbox ist ein Foodparadies und so schlemmen wir uns durch die Tage.

Und was geht sonst noch so?

Auf Holbox kann man natürlich (wie scheinbar überall) irgendwelche Island-Hopping-, Schnorchel- oder Kayaktouren buchen. Oder einfach nur chillen. Hart chillen.

Steffi in Hängematte

Am komfortabelsten in den Beachbars. Selbst wenn man nicht in einem der Strandhotels wohnt. Die meisten Bars sind sehr entgegenkommend und wenn man zwei, drei Getränke bestellt, darf man den Tag auf den Sonnenliegen (inklusive Sonnenschirm) verbringen. Beste Entscheidung des Tages!

Holbox ist die mexikanische Antwort auf mein Lieblingswort „Trauminselchen“. Im Vergleich zu meinen asiatischen Insellieben (Koh Tao, Koh Rong, Siargao) ist Holbox recht touristisch und super entwickelt. Nur wenn’s regnet wird’s ganz schön eklig, dann verwandeln sich die Sandstrassen in schlammigen Morast. Erinnert mich irgendwie an Siargao.

Überflutete und matschige Straße
Ganz schön eklig diese Matschstraßen

Generell muss man zugeben, dass die Halbinsel Yukatan schon ziemlich sehr touristisch ist. Holbox steckt da noch (zum Glück) in den Kinderschuhen und hat sich bislang seinen Charme bewahrt. Riesige Hotelklötze wie auf Isla Mujeres sucht man noch vergeblich. Statt dessen stehen am Strand unfassbar schicke Häuschen und süße Boutiquehotels. Man ist darauf bedacht, in Einklang mit der Natur zu bauen. Sehr gute Idee!

Einen kleinen Haken gibt es dann aber doch

Fast wäre uns dieses kleine Paradies aber trotzdem entgangen. Denn hier der kleine Haken am Paradies: Holbox ist nicht ganz günstig. Und in der Highseason schon gar nicht! Ein (echt) einfaches Doppelzimmer kann in der Highseason schon mal auf 60€ die Nacht ansteigen. Schluck. Und da Booking.com behauptete 95% der Unterkünfte seien an unseren Wunschdaten ausgebucht, gab’s auch nicht mehr allzu viel Auswahl. Auf Holbox lohnt es sich mit genügend Vorlauf zu buchen (zumindest in der High- und Midseason).

Abendessen in einem schickeren Restaurant gibts ab 10€ pro Person (nach oben natürlich grenzenlos). Ein Cocktail am Strand kostet 4-5€. Dafür gibts aber auch echt geile Leckereien.

Und dann das böse Erwachen

Tja, und wie das nunmal mit dem Paradies so ist – wie in der Biebel wird jeder irgendwann von dort vertrieben. So nahm auch unser Inselparadies ein jähes und leider recht unschönes Ende. Auf Holbox gibt es nämlich Sandfliegen. Sandfliegen? War da nicht schon mal was? Richtig, die Biester hatten wir schon auf Koh Rong in Kambodscha.

Das Fiese an den Viechern: man sieht die Bisse erst 12-24 Stunden später. Und so bin ich am nächsten Morgen mit über 200 Bissen aufgewacht – nur an den Beinen. Und Sandfliegen sind kein Spaß, die Bisse können sich fies entzünden und jucken bis zu zwei Wochen. Das einzige was hilft sind Medikamente und Kortisoncreme. Also ging’s für mich erst mal zum Arzt statt an den nächsten Strand. Genau genommen ins Krankenhaus nach Playa del Carmen, denn die Wald- und Wiesenapotheke auf Holbox konnte nicht allzu sehr weiter helfen und teilte mir direkt mit, dass sie am nächsten Tag geschlossen hätte, ich aber unbedingt zum Arzt solle.

Aber halt, das soll euch jetzt nicht von Holbox abschrecken. Die Sandfliegen sind nur saisonabhängig da und nicht an jedem Strandabschnitt. Am besten fragt man die Locals oder nutzen präventiv Deet-Spray oder Kokosöl (Vorsicht, man verbrennt auch schneller). Und wenn ihr so kleine, schwarze Mückchen seht (die aussehen wie Obstfliegen) dann rennt einfach.

Ansonsten kann ich die Insel uneingeschränkt empfehlen. Traumhafter Strand, traumhaftes Meer und Foodparadies – es gibt viele Gründe, die für Holbox sprechen! Aufpassen muss man aber wie ein Luchs – sonst gibt es schnell ein ganz böses Erwachen.

Alle nützlichen Infos rund um Isla Holbox

Außer mindestens einen Tag in einer der tollen Strandbars zu verbringen habe ich keine großartigen Tipps. Holbox macht das Leben sehr leicht – einfach hinfahren und genießen.

Nach Holbox sind wir von Rio Lagartos aus gefahren. Eine Direktverbindung gibt es nicht.

Darum fährt man ziemlich genau eine Stunde mit dem Public Bus nach Tizimin und steigt dort in einen anderen Public Bus nach Chiquila um. Die Stecke von Tizimin zum Hafen in Chiquila dauert etwa zwei Stunden. Tickets kauft man in Tizimin an der Bushaltestelle. Wichtig: Es ist NICHT die ADO Haltestelle (ADO fährt diese Strecke nicht). Von der ADO Haltestelle sind es aber nur ca. 50m die Straße runter.

Der Bus endet in Chiquila, wo es im Hafen weiter nach Holbox geht. Die Fähre braucht etwas mehr als 30 Minuten und kostet 140MEX$ one-way.

Golden Paradise Hotel & Hostel*

Simpel, sauber und problemlos zu Fuß von der Fähre erreichbar.

Wir haben in der Hauptsaison 60€ pro Nacht bezahlt

Tierra Mia*

Hier hätte ich außerhalb der Highseason eingecheckt (wenn etwas frei gewesen wäre). Allein wegen der hübschen Deko.

La Panchas

Nur bis 19 Uhr geöffnet. Aber nichts geht über den frischen Fisch oder die Cheviche! Foodporn pur!

Taco Queto

Tacos, Burritos und sonstige leckere mexikanische Schweinereien. Es gibt auch Huhn und Vegetarisches. Nicht das „leichteste“ Essen (wie alles typisch mexikanische) aber super lecker. Und mit unschlagbaren Preisen. Kaum Touristen, umso mehr Mexikaner.

Angeles y Diablitos

Maracuja-Erdbeer-Smoothie oder Cocosfrappé. Ach, dieser Laden ist ein Traum. Außerdem gibt’s Sandwichs für zwischendurch. Mitten im Örtchen – ein kurzer Stop lohnt sich auf alle Fälle.

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2017-09-29T06:10:01+00:00 24. September 2017|

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