It’s Pink! Diese Seen muss man in Mexiko gesehen haben

In Rio Lagartos machten wir den kürzesten, aber farbenfrohsten Ausflug in ganz Mexiko (wenn nicht sogar der ganzen Reise). Na, wie wär’s mit einem rosaroten See?! Ist das nicht zauberhaft. Pink so weit das Auge reicht. Warum wir an diesem Ort, an dem ich mich wie in einem Mix aus  Glücksbärchiwelt und Disneyland gefühlt habe, trotzdem nur 10 Minuten geblieben sind? Gleich…

Im Dorf der Flaminogs

Doch erst mal von vorne – warum waren wir überhaupt an diesem pinken See? In die Gegend hat es uns nämlich eigentlich aus einem ganz anderen Grund verschlagen: Pinke Flamingos! Die musste ich natürlich sehen. Hallo?? Super cool oder? Flamingos, live, in echt und freier Wildbahn – und pink. Ohne Zoo und Gitterstäbe und so ein Gedöns. Und da in Rio Lagartos die größte Pink-Flamingo-Kolonie Mexikos wohnhaft ist, fuhren wir also dort hin.

Mit dem Bus juckeln wir zwei Stunden von Valladolid nach Tizmin. Eine Direktverbindung gibt’s nämlich nicht. Von Tizmin geht’s im Rallytempo binnen 45 Minuten nach Rio Lagartos. Scheinbar war der Busfahrer der Meinung, er müsse die Verspätung wieder reinfahren. Uns soll’s recht sein.

Rio Lagartos ist ein winziges Nest, mitten in einem gigantischen 60.000 Hektar großen Biosphärereservat mit fast 400 Vogelarten. Mit diesen Worten rühmt sich das Nest zumindest. Ist mir auch egal, ich bestehe auf genau eine Vogelart: den Pink Carrebean Flamingo. Ach allein der Name macht mich schon ganz aufgeregt. Pink + Karibik + Flamingo. Klingt doch perfekt.

Dorfplatz mit Kinderkirmes
Rio Lagartos ist sicher nicht der hübscheste Ort Mexikos – aber man feiert hier gerne

Aber erst mal erkunden wir Rio Lagartos. Ein winziger Ort. Liegt am Meer, hat aber keinen Strand. Ziemlicher Fail. Die Hauptattraktion sind die Bootstouren und vielleicht noch die hübschen Gartenzäune. Da hat sich jemand ausgetobt…

Gartenzaun in RioLagartos
Die Haus- und Gartenzäune in Rio Lagartos sind der Wahnsinn. Jedes Haus schmückt ein anderes ausgefallenes Design

Grüßende Mexikaner und Rusas Picantes

Wir schlendern also durchs doch recht verlassene Rio Lagartos. Online suggerierte man uns, nahezu jedes Hotel sei ausgebucht – Mensch waren wir froh, als wir endlich ein Zimmer gefunden hatten… Hm, vor Ort gab’s dann doch irgendwie gefühlt hundert Hotels und nur 10 Touristen. Mit zig Restaurantempfehlungen machen wir uns auf den Weg – letztendlich landen wir zwei mal im gleichen Laden. Alle anderen haben nämlich geschlossen. Hm, hier vielleicht doch Nebensaison?

Aber irgendwie gefällt uns der Ort. Es ist unfassbar ruhig. Man grüsst sich auf der Strasse. Auch die Touristen. Mehr als einmal werden wir angesprochen, was wir suchen, ob man uns helfen könne. Scheinbar schlendern nicht allzu oft Besucher durchs Dorf. Wir schon. Wir machen die Bäckerei ausfindig, den Supermarkt, staunen über die am Nachmittag gut besuchten Bars (mit ordentlich Halligalli) und machen Bekanntschaft mit der netten Cocktail-Verkäuferin und ihrem „Rusas Picantes“.

Leckere Drinks
Die Drinks sehen ganz schön hässlich aus – waren aber richtig gut

Ein äußerst leckers Gebräu aus Sprite, Tequila, noch mehr Sprite, Salsa picante, Chili, Zucker und einem halben Kilo frischem Obst. Na also, hat auch noch Vitamine. Lecker, aber doch ein bisschen viel (und zwar nicht wegen des Alkohols).

Tja und dann haben wir auch schon sämltiche Attraktionen des Orts gesehen. Ach ja, bei Regen hat das Dörfchen ein ziemliches Abwasserproblem. Manchmal ganz schön eklig. Aber immerhin finden wir stets einen Weg um die Brühe herum (wenn auch mit Umweg – aber allemal besser als auf den Philippinen).

Kaum noch eine Pfütze. Eigentlich mehr ein See

Pinke Flaminos

Boot auf dem See
Früh in See zu stechen hat zumindest beim Wetter und er Sonne was Gutes

Am nächsten Morgen sitzen wir um 7 Uhr in der Lobby, fertig für die Vogeltour. Und ja, die Morgensonne über der Lagune kann sich sehen lassen. Wir brausen durch Mangrovenkanäle, hier und da stoppt unser Kapitän um uns auf den ein oder anderen Vogel aufmerksam zu machen.

riesige Pelikane in Rio Lagartos
Riesige Pelikane kann man in Massen sehen
RioLagartos heißt Vögel beobachten
Reiher, Adler, Pelikane und alles mögliche andere Vogelvieh – alles da

Und dann entedecke ich es in der Ferne rosarot blitzen. Ach bin ich aufgeregt. Unser Boot hält an und der Kapitän gibt uns zu verstehen, dass wir aussteigen sollen. Ja, mitten in der Lagune, aber das Wasser ist nicht mal Knietief. Nur die Flamingos, die sind ganz schön weit weg… Hm. Später erfahre ich, dass man momentan nicht näher hinfahren darf, weil sie Jungen haben. Och wie süüüß, och wie schade, aber hey, ist schon ok.

   Flamingos Flamingos Flamingos
Leider nur aus der Ferne: die lange erwarteten Flamingos
Flamingo aus der Ferne
Nicht den Kopf ins Wasser stecken

Ich genieße also den Anblick aus der Ferne als unser Bootsman erklärt, er würde uns eine Cucaracha suchen. Ugh, braucht er für mich gar nicht, denke ich. Wasserkakarlaken sind sicherlich noch widerlicher als Landkakerlaken. Aber nein, ich habe mich nur verhört, das Ding heißt nur so ähnlich. Allerdings sieht es doch ganz schön ähnlich aus, nur viel größer. Der gute Mann setzt es sich jedenfalls zur Belustigung erst mal auf den Kopf.

Unser Bootskapitän macht Faxen
Ein netter Kerl ist er ja – unser Kapitän. Was ich von dem Tier halten soll – ich weiß es nicht

Ach ja, wenn irgendjemand weiß, wie das nette Tierchen genau heißt, lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen! Schaue ich doch lieber noch ein bißchen die Flamingos an. Auch wenn die ziemlich unfotogen sind und uns eigentlich permanent nur den Hintern entgegenstrecken. Nicht sehr höflich…

Flamingoherde - aber alle Kopf ins Wasser
Keiner hebt den Kopf fürs Foto – Tsss. Ach ja, das hier soll laut Kapitän ein PINKER See sein

Nach den Flamingos fahren wir ein paar Mangrovenbüsche weiter und der Kapitän präsentiert uns einen angeblich pinken See. Whaaat? Die Fotos im Internet sahen aber anders aus als diese Brühe… Da würde auch Photoshop nicht viel helfen. Und schön reden erst recht nicht.

Der kürzestes Ausflug der Reise

Also machen wir uns nach dieser kleineren Enttäuschung am Nachmittag mit dem Bus auf den Weg nach Las Coloradas. Klingt schon mal vielversprechend. Auch der Himmel nimmt es etwas zu wörtlich und wird immer farbintensiver – zumindest im Hinblick auf Grautöne. Oh nee.

Aufziehendes Unwetter
Das aufziehende Gewitter 

Als wir um 14:45 Uhr in Las Coloradas aus dem Bus hüpfen weht eine ordentliche Sturmbrise und der Himmel ist irgendwas zwischen dunkelblau und schwarz. Und trotzdem bleibe ich mit offenem Mund stehen. Ich bin geflashed, fasziniert, verliebt. Nein, das ist schon verdammt schön!

Pinker See
Oben Gewitter, unten pinker See

Ja, der See ist wirklich pink. Nein, kein Photoshop, die Farbe ist echt. Ist das geil, oder?! Kurz überlege ich, ob Disney hier Hand angelegt hat. Aber dann hätten sie den See wohl ehr in Florida gebaut und nicht in Mexiko. Am liebsten würde ich reinhüpfen, aber das ist leider verboten. Und wäre vermutlich auch nicht so spaßig. Dieser hübsche, pinke See ist nämlich ein Salzsee! Ja, das Salz, das wir übers Essen streuen. Las Coloradas ist die zweitgrößte Salzproduktion Mexikos. Und neben diesem pinken See gibt es noch zig andere drum herum. Und warum ist der See nun pink? Im Salzsee tummeln sich jede Menge Algen, Mikrooganismen Salzwasserkrebse und sonstiges Zeug, die den Salzsee pink färben. Und das ist auch das Geheimnis der Pinken Flamingos – die sind nämlich nur pink, weil sie das ganze abfärbende Zeug fressen.

Pinker See und Strand
Der Sand am Rad ist weiß – aber Platz um sich hinzulegen hat man nicht. 

Die Seen rund um Las Coloradas sind jedenfalls der absolute Wahnsinn. Leider haben wir nur drei von zig Seen gesehen. Nach genau 10 Minuten haben wir nämlich das Gefühl in einem nahenden Hurrikan zu stehen. Also rennen wir zurück zur Straße, winken dem gerade abfahrenden Bus und springen in letzter Minute rein, bevor hinter uns die Sintflut ausbricht.

Zu gerne hätte ich noch ein paar andere Seen angeschaut. Oder die weißen Salzberge, die in den Himmel zu wachsen scheinen. Aber wir hätten vermutlich nicht allzu viel Spaß gehabt… Und trotz Blitzbesuch – die pinken Salzseen sind eines meiner Highlights in Mexiko. Über die Flamingos hab ich mich auch ganz schön gefreut, aber hey, wer kann bei diesem Anblick denn widerstehen?!

See
Schlechtes Wetter schafft zumindest Kontraste im Bild – immer das positive sehen

Disney hätte es nicht schöner malen können.

 

2017-09-05T08:09:16+00:00 5. September 2017|

2 Kommentare

  1. Jessica 5. September 2017 um 9:14 Uhr - Antworten

    Hi Steffi,

    ich wünsche euch weiterhin viel Spaß. Das sieht ja traumhaft aus.
    Dieses lustige Tierchen ist ein Pfeilschwanzkrebs.

    • Steffi 6. September 2017 um 4:11 Uhr - Antworten

      Ahhh! Ich hätte nicht für möglich gehalten, dass mir das jemand beantworten kann. Pfeilschwanzkrebs – das ist mal ein Name!
      Danke Jessica!

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